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Leitlinien für problemorientierte Lehrveranstaltungen:
Unter multiplen Perspektiven lernen
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Zitat REINMANN-ROTHMEIER/MANDL: Leitlinie 3 für problemorientierten Unterricht
"Beim Lernen sollte berücksichtigt werden, dass man einzelne Inhalte oder Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln sehen und unter verschiedenen Aspekten beleuchten kann.
Die Lernumgebung ist daher so zu gestalten, dass Kenntnisse und Fertigkeiten unter multiplen Perspektiven erlernt werden.
Der Vorteil: Multiple Perspektiven sichern Flexibilität bei der Anwendung des Gelernten."
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Ausgangspunkt:
dieselben Lerninhalte unter verschiedenen Aspekten/ Perspektiven beleuchten
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- Bsp. 1: Qualitätsuntersuchung von Fliessgewässern (physikalische-chemische, biologische und mikrobiologische Parameter)
Leitlinie 1 --> Relevanz: Badewasser, Trinkwasseraufbereitung, Umweltqualität; z.B. Untersuchung der Sitter.
Leitlinie 2 --> Transfer: Keimuntersuchung in anderen Medien.
Perspektivenänderung: z.B. durch die Fragestellung: "Ist die Tatsache, dass es viele Keime im Wasser hat, nur als negativ zu bewerten?"
- Bsp. 2: Untersuchung der Keimzahlen auf verschiedenen Oberflächen (mikrobiologische Abklatschversuche, evtl. Keimzahlbestimmungen)
Leitlinie 1 --> Relevanz: Hygiene in der Küche, bei der Nahrungszubereitung, im Spital.
Leitlinie 2 --> Transfer: z.B. Wirkung von Seifen und Desinfektionsmitteln auf die Haut des Menschen, persönliche Hygiene.
Perspektivenänderung: z.B. durch die Fragestellung: "Gibt es auch positive Einwirkungen von Mikroorganismen auf Lebensmittel?" (--> z.B. Lebensmittelveredelung durch Mikroorganismen, Bsp. Salami-, Milchprodukteherstellung wie Joghurt, Käse, u.a.)
- Bsp. 3: Bestimmung von physiologischen Aktivitäten von Organismen (Pflanze, Mensch/(Tier), Mikroorganismen): z.B. Versuche zur Atmung (Sauerstoff-Aufnahme, Kohlenstoffdioxid-Abgabe) am Bsp. Pflanzen.
Leitlinie 1 --> Relevanz: Hygiene in der Küche, bei der Nahrungszubereitung, im Spital.
Leitlinie 2 --> Transfer: gleiche Versuchsmethodik wie z.B. bei Pflanzen auf Menschen übertragen.
Perspektivenänderung: "Können aus physiologischen Aktivitätsmessungen wie z.B. des CO2-Umsatzes bei allen Organismengruppen die gleichen Rückschlüsse gezogen werden?" (Extrembeispiele: Pflanze vs. Tier/Mensch; aerobe Mikroorganismen vs. anaerobe Mikroorganismen).
- Bsp. 4: Ökologie: Nahrungsketten/-Netze
Nahrungsketten bzw. Nahrungsnetze aus einer ökologischen Sicht (Biodiversität/Stabilität) analysieren, 2. aus einer anthropozentrischen Sicht (Mensch als Nutzniesser, Konkurrenten [z.B. Insekten, Nagetiere, Unkräuter] als "Schädlinge"), lokal (u.a. durch Erkundung des Pestizideinsatzes) und global (Welthungerproblematik).
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Lernumgebung
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Bsp. 1: Fliessgewässerhygiene --> Keimerfassung verschieden besetzter Ökonischen
Perspektivenwechsel: Erfassung verschiedener Mikroorganismengruppen in Freilandmedien, z.B. in verschiedenen Gewässern, Böden.
Ausrüstung: mikrobielle Laborgrundausrüstung wie in Leitlinie 1/Bsp. 1, zusätzlich Nährböden zur Differenzierung der Nährstoffansprüche der Mikroorganismen. Literatur zur mikrobiellen Ökologie.
Bsp. 2: Hygiene --> andere Lebensbereiche
Perspektivenwechsel: Einbezug lebensmittelmikrobiologischer Veredelungsprozesse. Bsp.: Joghurtherstellung, alkoholische Gärungen; Enzymgewinnung aus Bakterien (z.B. Amylasen, Proteasen) als Fallbsp. zur Biotechnologie.
Ausrüstung: mikrobielle Laborgrundausrüstung wie in Leitlinie 1/Bsp. 2; Verschiedene Bakterienstämme und verschiedene Minimalnährböden. Literatur zur Lebensmittelmikrobiologie und Biotechnologie.
Bsp. 3: Atmungsaktivitäten Pflanze ---> Mensch (--> Mikroorganismen): Aussagekraft
Perspektivenwechsel: Aussagekraft von "objektiven" Stoffwechselmessungen an verschiedenen Organismensystemen. Verschiedene Erklärungsmöglichkeiten erarbeiten.
Ausrüstung: Literatur zur Physiologie der verschiedenen Organismengruppen, Datensammlungen.
Bsp. 4: Nahrungsketten/-Netze: Ökologie und Ernährung
Perspektivenwechsel: Ökosystembetrachtung aus ökologischer und anthropozentrischem Gesichtspunkt.
Ausrüstung: Ökologieliteratur, Internetzugang für Recherchen, evtl. Interview/Referat mit konventionellem Bauer und Biobauer.
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Literatur:
REINMANN-ROTHMEIER, G., MANDL, H.: Unterrichten und Lernumgebungen gestalten. - In: KRAPP, A., WEIDENMANN, B. (Hrsg.): Pädagogische Psychologie. BELTZ/VPU, Weinheim, 4. Aufl. (2001)
17.05.2002
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