|
 |
 |
ICT-Projekt der Naturwissenschaften
Fallbeispiel Biologie
an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHS)
Realität, Virtualität, Modularität
|
|
|
|
1. Einleitung
1.1. Theorie und ......
Glaubt man den Auguren des E-learnings, so müsste sich auf dem Gebiet der Bildung das Wunder der E-conomy ("New Economy") wiederholen. Wir wissen heute, dass diese kurze New Economy Phase vor allem durch viele leere Versprechungen und durch aufwändiges und teures PR verkauft wurde. Übrig blieben Ruinen kostspieliger Projekte, grosse Enttäuschungen und viele Geschädigte. Auf dem Bildungssektor scheint der Verlauf ähnlich zu erfolgen. Einige dieser vollmundigen Versprechungen (oder eher "Versprecher" ??) verheissen beispielsweise:
- Leichtigkeit: easyLearning, Lernen als edutainment: siehe z.B. diese Buchanzeige, diese Kurzcharakterisierung
- Rascheres und besseres Lernen: "Ca. 40 % verringerte Lerndauer durch Selektion und individuelles Tempo; Höhere Behaltensquote durch Aktivität des Lerners und multimediale Aufbereitung (mehrere Wahrnehmungskanäle)." (IBM Learning Services, 2003 ---> siehe hier !!.
- Differenzierte Betreuung und Lernförderung: "Mit E-Learning werden verschiedene Internet- und Web-Technologien so zu nutzen versucht, dass die einzelnen Lernenden individuell differenziert betreut und gefördert werden" (PHR, 2003).
- Buch- und Bibliotheksersatz: Internet als Bibliotheks- und Lehrbuchersatz: Das Wissen holt man sich aus dem Netz, mühsames Suchen von Informationen und Lesen von Büchern (Lehrbücher, z.T. auch Schulbücher) ist nicht mehr notwendig.
- Senkung der Bildungskosten: Dank dem E-Learning können im Bildungswesen die Kosten gesenkt werden.
- weitere moderne Versionen des "Nürnberger Trichters": "So klug macht der Computer" [Focus], "Lernen mit dem Computer: Schöne neue Schule" [Spiegel], "Die neue Lerngesellschaft: Software statt Lehrer, Computer statt Bücher, Erfolg statt Frust" [Focus] oder "Clever Lernen - Super Noten" [Klett Heureka] (ELSCHENBROICH, H.-J., 2003)
|
Ähnliche oder weitere "Heilsversprechungen" werden von BERLINGER und SUTER (2002) auf ironische Art und Weise in Form der folgenden 10 Gebote zusammengefasst [BERLINGER/SUTER, 2002)] ; vgl. auch PEUKER.
- Die 10 Gebote des E-Learning .-)
1. Je mehr Technik desto besser!
2. Ironie und Sarkasmus bringen Stimmung ins Forum!
3. Betreuung und Support bevormunden die Studierenden!
4. Freiheit für die Lernenden - Verbindlichkeiten engen ein!
5. Verändern der Rahmenbedingungen hält die Studierenden fit!
6. Rollenunklarheiten beleben das Geschäft!
7. E-Learning braucht wenig Zeit und kostet fast nichts!
8. Möglichst viele Tools garantieren den Erfolg!
9. Englische Fachbegriffe garantieren den Erfolg!
10. Hochglanzprospekte verringern den didaktischen Planungsaufwand!
- E-Learning - Mythen, Realität und Möglichkeiten
PEUKER, S., Freie Universität Berlin: siehe hier !!
|
|
|
1.2. Praxiserfahrungen
Nicht wenige Autoren aus dem erziehungswissenschaftlichen Bereich publizieren zwar häufig und wunderschöne Fachartikel, die allerdings in nicht wenigen Fällen reine theoretische Konstrukte sind: Sie erliegen einer (verständlichen) Faszination, Überwältigung und Überschätzung des theoretischen Denkens. "Die Theorien meiner Zunft lenken die Praxis nicht, ja sie überleben oft nur, weil sie so wenig mit ihr zu tun haben" (HENTIG, 1983). Meier (1989) formuliert gar "dass Gedanken ..... im lichten Hochgebirge der didaktischen Theorie ausgebrütet ... kaum je aufgegriffen werden von denen, die sich in den Niederungen der Unterrichtspraxis abmühen" oder "dass selbst überzeugende Konzepte ..... im pädagogischen Unterholz des Unterrichts kaum Anwendung finden" (weitere Kritikpunkte und Belege: siehe FRISCHKNECHT, 1990). Auch auf dem noch jungen Gebiet des E-Learning scheinen sich diese Befürchtungen wiederum zu bestätigen. "Keines der herkömmlichen Unterrichtsmedien hat die Gemüter auch nur annähernd so bewegt, hat so polarisiert, hat zu so unrealistischen Zukunftseinschätzungen geführt, wie das Medium 'Computer' " (BERCK, 2001).
Die wenigen vorliegenden Studien präsentieren aufgrund dünner empirischer Datenlage widersprüchliche und meist ernüchternde Aussagen. Beispiele: "Viertklässler, die mit PC unterrichtet wurden, erbrachten im Fach Mathematik sogar schwächere Leistungen" (ANGRIST, J., LAVY, V, 2001). "Unterricht mit dem Laptop verbessert die Qualität des Lernens" (BERTELSMANN-STIFTUNG, 2002). Eine Zusammenfassung der letzteren Studie ergibt folgende Erkenntnisse: "Wenn man aus Kindern besonders bildungsinteressierter Eltern eine separate Klasse bildet, 1000 EURO pro Kind zusätzlich in Laptops investiert und die Kinder mit besonders qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, lernen diese mehr und besser als in anderen Klassen" (ELSCHENBROICH, 2003).
Praktisch in jeder Publikation werden im magischen Dreieck "Inhalt [Curriculum] <--> Lehrende [Unterrichtsformen] <--> Lernende" fast ausschliesslich die Aspekte der Lehr-/Lernformen und der Inhalte analysiert bzw. kritisiert und mit Theorien und Handlungsanregungen versehen. Völlig unbehelligt bei aller Kritik und den zahlreichen Verbesserungsvorschlägen kommen interessanterweise die Lernenden weg! Implizit wird offenbar von idealen, hochmotivierten Lernern ausgegangen, die zielbewusst ihre Bildung zu vervollkommnen suchen und nur am unvollkommenen Bildungssystem anstossen. Leider ist dem in vielen Fällen nicht so. Autoren berichten zudem nur selten auch von ihren realen Erfahrungen mit dem eLernen und den eLernenden (vgl. z.B. HANSELMANN, 2003: bezeichnenderweise kein Erziehungswissenschafter; HARTMANN, W., 2004).
Im Bereich des E-Learnings sind beispielsweise die folgenden Beobachtungen und Erfahrungen erwähnenswert:
- Wollen Studierende überhaupt E-Learning ? Ein nicht geringer Teil der Studierenden will gar keine E-Learning Aktivitäten (Argumentationsmuster: E-Learning-Angebote sind zeitraubend, sie verlangen präzise Antworten, die Infrastruktur ist nicht ausreichend vorhanden. Zudem: Studierende exponieren sich nur sehr ungerne mit persönlichen Beiträgen in virtuellen Diskussionsforen oder Chaträumen, ("Die Lernenden sind nicht alle begeistert, dass sie selbst gesteuert lernen sollen ..." [EULER, 2003] u.a.).
- Oberflächen-Lernen ! Computer verlocken zum "surfenden", oberflächlichen easy-Learning (bei der Einführung einer rein zeitbasierten ECTS-Punktevergabe könnte dieses Verhalten nachgerade noch "belohnt" werden!)
- Computer-Illiteracy ! Nicht wenige Lernende bringen (immer noch) ungenügende Computer-/Software- und Internetkenntnisse ins Studium mit (fehlende "computer literacy").
- Wissen sammeln statt Lernen ! Das E-Learning-Angebot wird während des Semesters kaum parallel zu den Lehrveranstaltungen genutzt; etwa zwei Wochen vor der Prüfung nehmen dann die Zugriffe auf die Internet-Ressourcen sprunghaft zu. Die althergebrachte überholte Trennung von Lehren (Semesterzeit) und Lernen (Zwischensemesterzeit oder oftmals erst kurz vor den Prüfungen) mindern häufig den Erfolg von ICT.
- Copy-and-Paste-Learning ! Die Ressourcen und Übungsangebote auf dem Netz inkl. Lösungsschlüssel werden nicht zur Aneignung von Fundamentumwissen bzw. zur Überprüfung des eigenen Lernstils oder zur Sicherung des Lernverhaltens genutzt, sondern häufig einfach kopiert ("copy-and-paste-Methode", nach Selbsteinschätzung "cleverer" Systemüberlister werden verschlüsselte Sites sogar geknackt, auf CD-ROMs gebrannt, mit einem Begriffssuchprogramm versehen und unter Studierenden verkauft --> dadurch wird fälschlicherweise reines Kurzzeitgedächtnis-Faktenwissen trainiert, das Auswendiglernen von Detailwissen steht über dem intellektuell anspruchsvolleren Konstruieren von Zusammenhangswissen).
- Frag doch rasch den Dozenten ! Statt ernsthafter eigener Recherchen und Auseinandersetzung mit den Lernmedien (Lehrbücher, Vorlesungsskripten, Internetquellen, CD-ROM, Fachartikel) wird häufig ein rasches, salopp formuliertes E-mail an den entsprechenden Dozenten verschickt mit der Bitte um Beantwortung einer Frage (diese zeitliche Zusatzbelastung - eine Entlastung von den Lehrverpflichtungen gibt es ja trotz zusätzlicher Belastung durch E-learning-Elemente immer noch nicht - führt rasch an persönliche Ressourcenlimiten: daher sind die Versprechungen von den Möglichkeiten einer "persönlicher, individueller Betreuung" offenbar Aussagen von "Schreibtischtätern" ohne jede eigene praktische E-Learning-Erfahrung im Umgang mit Studierenden .....).
- Nutzung der Internet-Ressourcen ? Internet-unterstütztes Lernen hat nur dann Erfolg, wenn die angebotenen E-Learningelemente auch genutzt werden; dies ist meist nur dann der Fall, wenn dadurch anrechenbare Lernleistungen (z.B. Testate, Kreditpunkte, Zertifikate) erworben werden können und der Lernaufwand in einem angemessenen Verhältnis zur Gewichtung der Prüfung steht.
- Motivations- vs. Druck-Lernen ! Gelernt wird offenbar auch im E-Learning-Zeitalter primär des Druckes willen (Zwischen- und Schlussprüfungen, Zertifikate u.ä.) mit möglichst geringem Aufwand und nicht aus hoher Studienmotivation, intellektueller Neugierde und Befriedigung bzw. aus Berufsinteresse.
- Hoher Zeitaufwand ohne Lehrentlastung ! Der Zeitaufwand wird von allen, die keine Erfahrung im Erstellen von E-Learning-Materialien haben, wahrscheinlich massiv unterschätzt. P. Schwaller (EMPA/Thun) illustriert dies deutlich an der Umarbeitung seines bisherigen Vortrags zur Materialkunde am Hellraumprojektor auf ein CD-ROM-Programm. Allein als "Drehbuchautor" investierte er 75 Arbeitsstunden für eine 20-minütige Lerneinheit, ohne den Aufwand externer Helfer und des Grafikers. In dieser "komfortablen" Lage, nämlich die Hilfe externer Spezialisten in Anspruch nehmen zu dürfen, sind aber die wenigsten Hochschuldozenten!
Statt dessen kommt neu noch die zusätzliche Forderung auf, Hochschullehrende müssten für erfolgreiches E-Learning auch in die Rolle des E-Moderators schlüpfen, die u.a. Studierende motivieren und individuell betreuen (!), Gruppenprozesse organisieren und koordinieren, fachliche Beratung, Korrekturen und kompetente Feedbacks, Lancierung und Animation von Diskussionen u.v.a. beherrschen sollen [ELSNER, 2003; siehe auch MAYBAUM-FUHRMANN, J., 2002]. Ohne massive zeitliche Entlastung oder hohe finanzielle Aufwendungen bei Auslagerung der Programmentwicklung sind weder massgeschneiderte E-Learning-Programme noch begeisterte Dozenten zu haben. Statt Kosten- und Zeiteinsparung gelangen wir mit der Forderung nach der E-Moderatorenrolle paradoxerweise genau ins Gegenteil. Dieser Zeitaufwand liesse sich aus biologischer Sicht höchstens durch Klonierung von Dozenten in den Griff bekommen oder aber wir stellen fachlich wenig qualifizierte und dadurch auch billigere E-Moderatoren an (z.B. Studenten höherer Semester). EULER (2003) stellte fest, dass sowohl Lernende wie Lehrende Vorbehalte gegenüber E-Learning haben: " .... und die Lehrenden sind nicht unbedingt begeistert von den neuen Rollen, die sie spielen sollen". Eine alternative Scheinlösung wäre höchstens, weniger qualifizierte Dozenten/Dozentinnen an unseren PHs zuzulassen, die ihre Funktion eher als Lerncoaches wahrnehmen und entsprechend ein dünnes fachliches Portfolio mitbringen. Dies dürfte allerdings von den Lernenden sehr wohl und sehr rasch festgestellt werden und wird die Lehrenden häufig in unangenehme Situationen führen, was zusätzlich zu den fachlichen Blössen - an Bildungsstätten mit Hochschulanspruch eigentlich sowieso unwürdig - auch noch deren Selbstwertgefühl und damit auch Teile der Selbstkompetenz rasch erodieren würde!
Was bleibt denn noch Gutes vom E-Learning übrig?
Wie immer wird auch hier eine Mischung von mehreren Elementen ein optimales realistisches Resultat erbringen, etwas was sich auch unter dem Begriff "blended learning" langsam durchsetzt (vgl. SCHULMEISTER, 2002; SAUTER/SAUTER, 2002). Elemente dazu sind beispielsweise: organisatorische Informationen zu Lehrveranstaltungen, Lernzielangaben, Zusammenfassungen, Übungen verschiedenster Schwierigkeitsgrade und kognitiver Anforderungsstufen (von einfachen Multiple Choice Fragen bis komplexen Problemlösungsaufgaben mit abschliessender Lösungsskizze), aktuelle Zusatzinformationen, Weblinks, Bilddokumente, u.a.m. (vgl. z.B. Lehrveranstaltung Humanbiologie). Weitere kostengünstige Einsatzmöglichkeiten werden u.a. auch in der Publikation "ICT - einfach-praktisch von BYLAND/GLOOR (2002) aufgezeigt.
Abschliessend zu diesen kurzen Eingangsbemerkungen möchte ich aufgrund eigener Erfahrungen uneingeschränkt die beiden folgenden Zitate (BERLINGER/SUTER, 2002, S. 3/4) bestätigen, die - wie die oben erwähnten Beobachtungen - auch durch Gespräche mit vielen E-erfahrenen Kollegen und Kolleginnen bestätigt wurden :
"Low Budget E-Learning führt zu besserem Lernerfolg!
Aufwändiges Multimedia-E-Learning
ist teuer,
lenkt ab,
tendiert dazu überholte Lehr- und Lernformen zu reproduzieren"
|
und:
"Eine ideale Lernumgebung bietet entdeckende, aktivitätsanregende Möglichkeiten mit angemessenen Selbststeuerungsanteilen - die Lerninhalte können erarbeitet, Problemlösefähigkeiten eingeübt werden. Die Fremdsteuerung durch das System oder die Lehrperson wird dabei soweit wie möglich reduziert. ..... Die Lernumgebung bietet die notwendige Unterstützung dazu: Sie gibt die Angel, aber nicht den Fisch"
|
"Low-Budget E-Learning" ist angesichts der tatsächlichen Kosten von E-Learning Projekten (siehe z.B. hier oder hier) und den (periodisch wiederkehrenden) Sparbemühungen gerade im Bildungssektor wahrscheinlich zwingend ("Die höchsten Kosten im Bereich E-Learning verursachen die Gehälter von Projektmitarbeitenden. E-Learning-Kosten bestehen zu 90% aus Lohnzahlungen" [BLÖCHLINGER, 2003]).
Zudem ist eine ideale (reale) Lernumgebung tatsächlich mehr als "nur" ein ein schöner TFT-Bildschirm voller aufwändiger Flash-Animationen (vgl. hier). Wie werden nun aber im Rahmen der PHS-Biologie diese Lernmaximen und Erfahrungen um- und eingesetzt ?
|
2. PHS-Biologie im Reformzeitalter ("Bolognisierung")
2.1. Neues Lehren und selbstgeleitetes Lernen als Kernstück der Hochschulreform ("Bolognisierung")
Die Umsetzung der Bologna-Deklaration ist nur sinnvoll, wenn sie zu einem gründlichen Umdenken der Curricula führt. Die Modularisierung alleine ist nicht schon Studienreform, kann aber dafür genutzt werden. Stichwortartig können die wesentlichsten Reformelemente als "selbstgeleitetes Lernen" bzw. "selbstorganisiertes Lernen" und "Neues Lehren und Lernen" bezeichnet werden.
Im Bereich der Naturwissenschaften wird schon seit langem in Form des Praktikums (Experimente/Versuche im Labor, Feldversuche, Exkursionen) eine Annäherung an dieses "Ideal" praktiziert. Neben "Kochbuchversuchen" - in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung ist auch diese Form für die spätere Berufsausübung zwingend, damit die Lehrpersonen über ein Minimalrepertoire an Demonstrations- und Schulversuchen verfügt - sind offenere Formen des Experimentierens üblich.
Im Bereich "Vorlesung" kann und muss der Bologna-Prozess tiefergreifende Reformen auslösen, insbesondere ein neues Lehr- und Lernverhalten.
- "Neue Lehre": Weg von der Fakten- und Wissensvermittlung, hin zu Schwerpunktsetzungen, Darstellen von Zusammenhängen und von Synthesen, Zusammenfassungen, Üben und Überprüfung und Anwendung des erworbenen Wissens für Problemlösungen, Kompetenztraining (z.B. im Sinne einer "Kompetenzen-Toolbox" [SCHWARZENBACH/OSTERWALDER, 2001] u.a. mit Denkmethoden, Lernstrategien, Strategiekenntnissen, Informationsverarbeitungskompetenzen; siehe auch hier). Kurz: Nicht mehr das "Vorlesen", sondern das Verarbeiten von Informationen wird im Zentrum des Lehrauftrages stehen. Die Wissensaneignung wird reflektierter als bisher drei Wissenskategorien umfassen (siehe hier !!) und in einem bewusst gestalteten Lernumfeld (Lehr-/Lernarrangement) stattfinden (siehe hier !!).
- "Neues Lernen": Die Studierenden von Morgen haben die zeitliche Trennung von Lehren und Lernen überwunden, indem drei Lehr- und Lernstufen kombiniert angewandt werden
- 1. Selbststudium: Das Selbststudium von Fachwissen (Fakten, Begriffe, Zusammenhänge, u.a.) vorbereitend zu den Präsenzveranstaltungen mittels Lehrbuch, CD-ROM-Materialien und gezielter Internetunterstützung (Online Selflearning)
- 2. Präsenzveranstaltungen: Das Erarbeiten und Darstellen von Zusammenhängen und von Synthesen (Integration von Wissen) in Präsenzveranstaltungen (Lehrveranstaltung, experimentelles Arbeiten im Labor, Arbeiten in der LernBar)
- 3. Übungen: Das individuelle und kooperative Üben zur Überprüfung des Wissensstandes und Anwendung des erworbenen Wissens für Problemlösungen und zur (E-Learning via Webbrowser, angeleitetes Arbeiten in der LernBar).
Zusätzliche Merkmale zum neuen Lernen sind anderswo auf dieser PHS-Biowebsite bereits charakterisiert worden: siehe hier !!
- Die neue Lehre kann sich aber nur zusammen mit neuem Lernverhalten optimal entfalten und Lernen zu einer neuen Bildungsqualität führen !!
|
2.2. PHS-Biologie und ICT konkret
2.2.1 ICT begleitet und unterstützt die Modularisierungsbemühungen
Das Reform-Zauberwort "Modularisierung" ist eigentlich eine traditionelle pädagogisch-didaktische Aufgabe, die sich auf die Frage zurückführen lässt, in welcher Zeit soll welcher Inhalt mit welchen Aufgaben und in welchen Sozialformen gelernt werden" (MEDER, 2003). Mit der Einführung der Studienreform ab Herbst 2003 mit Modulen und dem ECTS-Kredit-Punktesystem ("European Credit Transfer System") wird auch eine Akzentverschiebung in Richtung "begleitetes selbstgesteuertes Lernen" (syn.: unterstütztes Selbststudium) angestrebt. Diese Mehrarbeit kann mittelfristig nur durch verstärkten ICT-Einsatz abgefangen werden, insbesondere die Überprüfung der Kreditpunktewürdigkeit der Studierenden, aber auch die Anleitungen zum Selbstlernen (Selbstlernkurse).
2.2.2. ICT und die PHS-Biologiemodule
Diese Akzentverschiebung kommt formal auch in der Beschreibung der Biomodule zum Ausdruck (vgl. z.B. Modul Humanbiologie oder Biowissenschaften für Morgen !?); weitere Biomodule: siehe hier). Diese innovativen Element werden im Rahmen der PHS-Biologieveranstaltungen als "E-Learning-gestütztes Selbststudium" in Form von "EBIO-Lernskripts", Selbstlerntests (mittels "Ateus TopTeachBIO") und einer "LernBar" mit CBT/WBT-Trainingselementen umgesetzt werden.
- EBIO-Lernskripts (E-LearnbookBIO): darunter sind "verlinkte* Lehr-Lernskripts" auf einer CD-ROM bzw. als Online-Skript zu verstehen. Ein Skriptum ist eine bewusste Auswahl aus der Flut der biologischen Informationen und setzt fachliche Schwerpunkte für die Lehrer/Lehreinnenausbildung im Hinblick auf deren späteres Berufsfeld. Allerdings werden nicht nur schulisch relevante Themen angesprochen, sondern auch wichtige gesellschafts- und wissenschaftsrelevante "hot topics" und wichtige Kompetenzen ("Kompetenzen-Toolbox") skizziert.
*Links innerhalb der im Skript herausgeschälten stofflichen Schwerpunkte und weiterer Ressourcen auf dem Internet, sog. SciLinks (vgl. hier !!)
- Selbstlerntests mit Hilfe des "Ateus TopTeachPHS-BIO": einfache bis anspruchsvolle Übungen mit erweiternden Texten, Bildmaterial, Internetrecherchen, Computersimulationen u.a. (vgl. hier und hier !!)
- LernBar: die LernBar ist ein Selbstlernzentrum, das verschiedenste Medien und Ressourcen (CD-ROM, Bücher [Fach- und Schulbücher, experimentelle Anleitungen], Internet-Quellen, Labor- und Biologiesammlungsressourcen [z.B. Anatomiemodelle, Video/DVD mit Filmmaterial]) zu einem interaktiven und handlungsorientierten Lehrgang zu verbinden sucht. Dieser feste Arbeitsplatz als eine Art reale und virtuelle Lernwerkstatt wird z.Z. im Biolabor 402 eingerichtet (siehe auch hier !!).
|
Literatur/ Quellenangaben
| ANGRIST, J., LAVY, V. |
New Evidence on Classroom Computers and Pupil Learning. - IZA DP No. 326 (2001). ftp://repec.iza.org/RePEc/Discussionpaper/dp362.pdf (Stand 08.05.2003) |
| BERCK, K.-H. |
Biologiedidaktik. Grundlagen und Methoden. - Quelle & Meyer, Wiebelsheim, 2. Aufl. (2002) |
| BERLINGER, D., SUTER, P. |
Low Budget E-Learning. - h.e.p. verlag ag, Bern (2002) |
| BERTELSMAN-STIFTUNG |
Verbesserte Lernqualität in Laptopklassen. Bertelsmann, 25. 11.2002
http://www.bertelsmann-stiftung.de/documents/ACFHYv0vb.pdf (Stand 08.05.2003) |
| BYLAND, T., GLOOR, P. |
ICT einfach - praktisch. Ein didaktisches Handbuch zum Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht. - Bildung Sauerländer, Sauerländer Verlage, Aarau (2002) |
| ELSCHENBROICH, H.-J. |
Computer ins Klassenzimmer ? - MNU (Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht), 56(3): 131 (2003) |
| ELSNER, E. |
eLernen, eine leere Versprechung?. - education market Mai 2003, S. 7-9 |
| EULER, D. |
zitiert nach JÄGGI, W.: Lehrcomputer müssen noch lernen. - Tages-Anzeiger, 08.05.2003, S. 74 |
| FRISCHKNECHT, K. P. |
Über die Kunst, Naturwissenschaften zu lehren". - In: Ein grundlegendes Manual zur Mikrobiologie/Biotechnologie. Band 2: Mikrobiologie/Biotechnologie im Unterricht. - Universität Zürich, Instiutut für Pflanzenbiologie, Zürich, 246 S. (1990) |
| HANSELMANN, K. |
"You can lead a horse to water, but you cannot make it drink". Erfahrungen mit E-Lehre und E-Lernen auf der universitären "undergraduate"-Stufe. In: BETT, K., WEDEKIND, J. (Hrsg.): Lernplattformen in der Praxis (Reihe: Medien in der Wissenschaft, Band 20). - Waxmann, Münster, S. 82-108 (2003) |
| HARTMANN, W. |
Computer und Internet im Unterricht: Zu hohe Erwartungen! - In: Gymnasium helveticum 1: 44-45 (2004) |
| HENTIG, H.v. |
Aufgeräumte Erfahrung. Texte zur eigenen Person (Reihe: Ullstein Sachbücher Nr. 34306). - Ullstein Verlag, Berlin (1983) |
| MAYBAUM-FUHRMANN, J. |
E-Learning in der Lehrerfortbildung. - journal für lehrerInnenbildung (Schwerpunktthema E-Learning) 2(3): 38-45 (2002) |
| MEDER, N. |
Anforderungen an Lernplattformen vor dem Hintergrund des L3-Projektes. In: BETT, K., WEDEKIND, J. (Hrsg.): Lernplattformen in der Praxis (Reihe: Medien in der Wissenschaft, Band 20). Waxmann, Münster, S. 82-108 (2003) |
| MEIER, U.P. |
Wer tut auch, was er lehrt? Die Einheit von Wort und Tat als Aufgabe der Lehrerbildung. - In: Beiträge zur Lehrerbildung (Zeitschrift zu theoretischen und praktischen Fragen der Didaktik der Lehrerbildung) 7(2): 255-261 (1989) |
| PHR [Pädagogische Hochschule Rorschach] |
Von der Wandtafel an den Computer, Tagblatt (St. Gallen), 27.02.2003, Artikel über die PHR [Pädagogische Hochschule Rorschach] |
| SCHULMEISTER, R. |
Grundlagen hypermedialer Lernsysteme. Theorie - Didaktik - Design. - Oldenbourg, München/Wien, 3. Aufl. (2002) |
| SAUTER, W., SAUTER, A.M. |
Blended Learning. Effiziente Integration von E-Learning und Präsenztraining. - Luchterhand, Neuwied/Kriftel (2002) |
| SCHWARZENBACH, E.A., OSTERWALDER, K. |
Fit für morgen. Kompetenztrainer für Lernende. - h.e.p.-Verlag, Bern (2001) (siehe hier !!) |
| BLÖCHLINGER, B. |
"E-Learning im Winterschlaf", unijournal Zürich, 3. Februar 2003, S. 4 |
Internetquellen: |
| MATHES, M.: |
E-Learning in der Hochschullehre: Überholt Technik Gesellschaft ? --> hier klicken !! (Stand: 30.03.2006) |
| PEUKER, S. |
E-Learning - Mythen, Realität und Möglichkeiten --> hier klicken !! (Stand: 16.04.2003) |
. |
| Die hier vertretenen Standpunkte sind die persönlichen Ansichten und Erfahrungen von K. Frischknecht und entsprechen nicht zwingend der offiziellen Meinung der PHS. |
|
|
Stand: 12.06.2004
|
|
|
|
|
|