Sammlung: "GROSSE WORTE"

Zitate mit Bezug zu
B3 (Bildung, Bildungspolitik, Biologie)

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Mangelndes naturwissenschaftliches Basiswissen in Schule und Gesellschaft
Alle "ausserschweizerischen" Aussagen sind in der Regel (leider) 1:1 auf die Schweiz übertragbar!
"Das Verständnis für die Bedeutung der Wissenschaft ebenso wie für ihre Inhalte muss wesentlich mehr als bisher in der Gesellschaft verankert werden. Solange unklar ist, womit Naturwissenschaftler sich eigentlich genau beschäftigen, woran sie arbeiten, solange wird es auch in der Politik wenig Verständnis dafür geben .... Im naturwissenschaftlichen Unterricht an den Schulen bleibt kaum Zeit, diese Inhalte mitzuteilen und dieses Verständnis zu wecken. Solange aber die meisten Schüler in Physik und Chemie die Schulen mit dem Kenntnisstand des ausgehenden 19. Jahrhunderts verlassen, können wir auch nicht erwarten, dass diejenigen, die die Politik gestalten, einen höheren Kenntnisstand haben."

Axel Haase, Vorstand der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Präsident der Universität Würzburg "Nicht den Anschluss verlieren". In: Forschung & Lehre, 11/2003, S. 586-587.
Forschung und Wissenschaft sind wesentliche Grundlagen für Innovation und Fortschritt. Sie bereiten den technischen Wandel vor und bestimmen so die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung massgeblich mit.

Und trotzdem haben wir in Deutschland die wissenschaftliche Ausbildung - und hier vor allem in den Naturwissenschaften - aus dem Blickpunkt verloren. Viele gesellschaftliche Träger, insbesondere die Wirtschaft, reklamieren bereits den Notstand. So sind bis heute rund 30% weniger Abschlüsse in den naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen als noch in den 90er Jahren zu verzeichnen. Tendenz: weiter sinkend.
Aktion "Wissenschaft in die Schulen!". Schirmherrschaft der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie sowie des Max-Planck-Institutes für Astronomie. http://www.wissenschaft-schulen.de/ (19.06.2004)
"Mittelfristig fehlen der deutschen Wirtschaft in fast allen naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen ausgebildete Fachkräfte. Der Industriestandort Deutschland wie auch jedes einzelne Unternehmen vor Ort hängt aber gerade von den Menschen und ihrer Qualifikation ab. Daher ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, schon bei Schülern ein nachhaltiges Interesse für ein Studium dieser Schlüsselfächer zu wecken." Dr. Jürgen Kluge, Deutschlandchef von McKinsey&Company, Physiker und Autor des Sachbuch-Bestsellers "Schluss mit der Bildungsmisere. Ein Sanierungskonzept"

http://www.wissenschaft-schulen.de/ (25.04.2004)
"n der Tat besteht zwischen den Naturwissenschaften und der Gesellschaft eine Kluft, die dringend überbrückt werden muss, wenn unser Land die zukünftigen technologischen Herausforderungen meistern will. Die Gründe für diese Kluft sind vielfältig, u.a.:

- zunehmende Unfähigkeit der Gesellschaft aufgrund mangelnder naturwissenschaftrlicher Basiskenntnisse, die Erzeugung wissenschaftlicher Ergebnisse nachzuvollziehen

- die Erkenntnis, dass wissenschaftlicher Fortschritt und technische Umsetzung nicht immer segensreich und folgenlos ist

- die unkritische Übertragung ökonomischer Prinzipien mit steigendem Wettbewerbsdruck auf die Naturwissenschaften, wodurch Forschungsergebnisse wie kommerzielle Produkte betrachtet werden. Dies hat zum Fehlverhgalten von Wissenschaftlern geführt mit der Folge zunehmenden Vertrauensverlustes

Notwendig ist deshalb eine verbesserte naturwissenschaftliche Ausbildung in unseren Schulen, ein interdisziplinärer Diskurs zwischen Naturwissenschaften und Gesellschaft, verbunden mit einer sachlichen und kritischen Auseinandersetzung über wissenschaftliche Ergebnisse und ihre Folgen zur Überwindung der sich entwickelnden Glaubwürdigkeitskrise der Wissenschaften."

Volker ter Meulen, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina "Die Deutschen und die die Naturwissenschaften". In: Forschung & Lehre, 11/2003, S. 588.
Wir sind eine Erfindernation. ... Die Begeisterung für die Technik ist ungebrochen. Man braucht nur in die Autos, die Haushalte, die Büros und Fabriken zu schauen, um die Freude an technischen Innovationen zu erleben. .... Etwas anderes spielt sich im geistigen Überbau ab: Dort verbindet sich mit dem Begriff der Wissensgesellschaft nicht nur Fortschrittshoffnung, sondern auch Zukunftsangst. Das hat mit der Vergangenheit, nämlich der bildungsbürgerlichen Überhebung der Geistes- über die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu tun ..."

Manfred Erhardt, Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft "Die Deutschen und die die Naturwissenschaften". In: Forschung & Lehre, 11/2003, S. 588.
Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer. Lee Iacocca, ehem. Präsident der Ford Motor Division pers. Mitteilung P. Bützer, PHS-Chemiedozent, 07.01.2004
Wirtschafts- und Bildungswunder Finnlad

"Finnland ist die Vorzeigevolkswirtschaft Europas. Auch in der Schweiz zeigen Politiker und Unternehmer gern nach Norden und loben die dortigen Erfolge. .... Unter anderem wurden an den Universitäten die Studienplätze für technisch-wissenschaftliche Fächer hochgefahren, was zur Folge hatte, dass die rasant wachsenden Hightech-Firmen in der Boomphase auf dem Arbeitsmarkt genügend Mitarbeitende fanden. Umgekehrt führte die hohe Zahl an gut ausgebildeten Absolventen später dazu, dass die Innovationskraft anstieg."

Daniel Meier Artikel zur Studie "Innovationssystem Finnland - was kann die Schweiz lernen?". Tages Anzeiger, 13.02.2004, S. 29
100 Jahre Fliegerei.
.... "Vielleicht müsste man das Fluggefühl einfach wieder einmal geniessen, aus dem Fenster schauen, staunen. Und Kinderfragen stellen - die sind immer die besten. Warum fliegt ein Flugzeug? Warum kann man mit einem Jumbojet nicht auf den Mond fliegen? ... Die Schule macht um solche Themen einen Bogen und widmet sich dafür den Problemen der Pfahlbauer.
Sie (die Geschichte des Fliegens, Anm. Fk) müsste uns interessieren. Wie überhaupt die Geschichte der Technik uns interessieren müsste, denn wir sind von Technik umgeben, wo wir gehen, stehen, liegen oder fliegen. Ohne Meinung zur Technik kann heute niemand sein. Ohne Auseinandersetzung mit der Geschichte der Technik ist es allerdings schwierig, sich selber eine Meinung zu bilden."

Walter Jäggi "Champagner und Vollgas. Kommentar zu 100 Jahre Fliegerei". Tages Anzeiger, 17.12.2003, S. 1.
"Zwar ist das Interesse an Wissenschaft nach wie vor gross, wie Umfragen und Veranstaltungen belegen, in denen Jahre der Physik, der Chemie oder der Technik gefeiert werden. Doch eine Frage wird dabei nie gestellt: Welche Wissenschaft will und braucht der Bildungswillige? .... "Man kann sagen, dass die westliche Gesellschaft gegenwärtig die Wissenschaft beherbergt wie einen fremden Gott" schreibt der französische Historiker Jacques Barzun. "Unser Leben wird von seinen Werken verändert, aber die Bevölkerung des Westens ist von einem Verständnis dieser seltsamen Macht wohl ebenso weit entfernt, wie ein Bauer in einem abgelegenen mittelalterlichen Dorf es von einem Verständnis der Theologie des Thomas von Aquin gewesen ist. Und was schlimmer ist: Die Lücke ist heute sichtlich grösser, als sie vor hundert Jahren war. ..."

Ernst Peter Fischer, dipl. Physiker, prom. Biologe, Prof für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz, Verfasser des Bestsellers "Die andere Bildung". "Apollo, Tschernobyl und Dolly". Artikel anlässlich 40 Jahre Öffentliche Wissenschaft. In: Bilder der Wissenschaft 1/2004, S. 70-71.
"Wer von und in der wissenschaftlich-technischen Industriezivilisation leben will - und dies wird über kurz oder lang für den grössten Teil der Menschheit gelten -, der muss vor allem genau genug verstehen, was ihre Existenzbedingungen sind. Wenn wir damit nicht rechtzeitig - nämlich beim ausreichenden Physik-, Chemie- und Biologieunterricht für alle Schüler! - beginnen, brauchen wir uns am Ende über die selbstschädigenden Folgen mangelnder Akzeptanz von Wissenschaft und Technik nicht zu wundern. Und wer etwa aus dieser Forderung nach naturwissenschaftlicher Allgemeingrundbildung einen Gegensatz zur Notwendigkeit solider sprachlicher, mathematischer, historischer oder künstlerischer Bildung herauslesen möchte, dem sei entgegnet: Wir Naturwissenschaftler haben sehr wohl begriffen und haben das auch nie geleugnet, dass Kinder, die nicht gut und gern schreiben und lesen gelernt haben, auch nicht gut rechnen, geschweige naturwissenschaftlich denken lernen, denn es ist der wohlgeübte Gebrauch der Sprache, der erst das rationale Denken ermöglicht, wozu einem dann die Befassung mit Mathematik und Naturwissenschaften verhilft."

Hubert Markl, Prof. der Biologie an der Universität Konstanz, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1986-1991, Präs. der Max-Planck-Gesellschaft 1996-2002. "Ohne Chemie könnten Ärzte genausogut auf Gesundbeten umsatteln". In: roche magazin 2003, S. 27-28.
"Worauf basiert denn der Erfolg und das Wachstum unserer Kultur, wenn nicht auf wissenschaftlicher Forschung, ihrer anschliessenden technologischen Anwendung und erfolgreichen Vermarktung? Obwohl wir alle die Annehmlichkeiten und Fähigkeiten moderner Technik nutzen, verliert das Vermitteln von naturwissenschaftlichem Basiswissen an den Schulen zunehmend an Bedeutung. Das fehlende oder mangelhafte Wissen erzeugt Unsicherheit und Ängste; Ablehnung und Resignation breiten sich aus. Trotzdem müssen mündige Bürgerinnen und Bürger an der Urne zu Fragen der Gentechnik oder Nanotechnologie Stellung nehmen können."

"Eine andere Art der Entfremdung hat auf dem Gebiet der natürtlichen Ressourcen stattgefunden: Unsere vielfältige Landschaft, ihre Geschichte und ihre Zukunft werden uns zunehmend fremder, und das Wissen um unsere Mitgeschöpfe, um die einheimischen Pflanzen und Tiere und ihre Ansprüche, fällt erschreckend gering aus."

Toni Bürgin, Präsident der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, Direktor Naturmuseum St. Gallen "Ein Haus für Natur und Wissenschaft". Tagblatt 25.02.2004
"Lernen ist erfahren - alles andere ist Information."
(Anmerkung Fk: sollte der Leitspruch einer jeden PH sein !!)
Albert Einstein zitiert in Kläntschi, N., Peter, M.: Wissen ist mehr als Information. NZZ, Beilage Studium und Beruf, 04.11.2003, S. B14
Zur Bedeutung des Experimentes
" ... jene Wisssenschaften sind nichtig und voller Irrtümer, die nicht aus dem Experiment geboren sind - der Mutter aller Zuverlässigkeit".

Leonardo da Vinci .
"Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass es für die Optimierung der geistigen Entwicklung ausreicht, Menschen mit anspruchsvollen und komplexen, aber mehr oder weniger beliebigen Inhalten zu beschäftigen.
Es kommt sehr wohl auf den Inhalt des Gelernten an, auf das Wissen also. Der Begriff Wissen hat in unserer Gesellschaft häufig einen negativen Beigeschmack. Wissen ansammeln sei etwas für weniger intelligente Menschen, während intelligente Köpfe sich auch ohne dies behelfen können. ..... Erst der Globalisierungsschock namens
PISA förderte zutage, dass Deutschland, was Spitzenleistungen insbesondere in der Mathematik und den Naturwissenschaften angeht, nicht mehr mithalten kann. Neuere Ergebnisse der Kognitionsforschung zeigen denn auch auf drastische Weise, dass Wissen und nicht Intelligenz der Schlüssel zum Können ist."

Stern, Elsbeth, Prof. Dr., Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Honorarprofessorin für Pädagogische und Entwicklungspsychologie an der Technischen Universität Berlin Wissen ist der Schlüssel zum Können. In: Psychologie heute, Juli 2003, S. 30-35
Naturwissenschaftlicher Unterricht mangelhaft: "Der Deutsche Philologenverband hat davor gewarnt, dass Deutschland in die technologische Drittklassigkeit abrutscht. Die Berliner Organisation macht dafür vor allem Defizite im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht verantwortlich. Die Lehrpläne seien immer noch zu theorielastig, enthielten nur wenig neuere naturwissenschaftliche Erkenntnisse und schrieben kaum verbindliche Praktika vor ... Als Folge würden sich immer weniger Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe für naturwissenschaftliche Fächer entscheiden.
Auch mangle es in diesem Bereich vielen Lehrern am Kompetenz. Der Deutsche Philologenverband fordert deshalb
mehr naturwissenschaftlichen Unterricht mit praktischer Technikanteilen sowie eine verpflichtende Belegung zweier naturwissenschaftlich-technischer Fächer bis zum Abitur, von denen in einem eine Pflichtprüfung abgelegt werden muss. Andernfalls .... Wenn es so weitergeht, werden wir in Deutschland nicht einmal mehr unsere eigenen Maschinen bedienen können, geschweige denn neue erfinden".
Anonymus (Bild der Wissenschaft-Korrespondent) Bild der Wissenschaft, 2/2005, S. 10.
"Mittelfristig fehlen der deutschen Wirtschaft in fast allen naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen ausgebildete Fachkräfte. Der Industriestandort Deutschland wie auch jedes einzelne Unternehmen vor Ort hängt aber gerade von den Menschen und ihrer Qualifikation ab. Daher ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, schon bei Schülern ein nachhaltiges Interesse für ein Studium dieser Schlüsselfächer zu wecken." Dr. Jürgen Kluge, Deutschlandchef von McKinsey&Company, Physiker und Autor des Sachbuch-Bestsellers "Schluss mit der Bildungsmisere. Ein Sanierungskonzept" Quelle: siehe hier. Stand: 23.01.2005
Artikel "Bildung als Standortvorteil"
"In eindringlichen Worten verwies dieser (.. Jürgen Dormann anlässlich des Abschlussabends im Zyklus "Auf Kosten künftiger Generationen?" des Instituts für Auslandforschung an der Universität Zürich im WS 2004/05) auf die Bedeutung der Bildung für das Überleben der Kulturen. Sein Augenmerk galt dabei zunächst den
oft vernachlässigten Naturwissenschaften, die in seinem Urteil zumal in Deutschland zunehmend versanden. ..... Dormann ... warnte vor der romantischen Vorstellung, man könne die Lebenswelten deindustrialisieren und enttechnisieren."
Jürgen Dormann, Präsident des Verwaltungsrates ABB "Bildung als Standortvorteil. Mahnende Worte Jürgen Dormanns".
NZZ (Neue Zürcher Zeitung), 03.02.2005, S. 21
Artikel "Nachwuchsmangel bedroht Chemie" Die meisten Analysten sagen der chemischen Infdustrie rosige Zeiten voraus. Dennoch ist für den CEO von Gurit-Heberlein, Rudolf Wehrli, der Standort Schweiz gefährdet.
Der CEO der Toggenburger Kunststoffspezialisten Gurit-Heberlein: "Der chemischen Industrie geht der Nachwuchs aus", prophezeit Rudolf Wehrli, der gleichzeitig dem Dachverband der chemischen und pharmazeutischen Industrie, SGCI Chemie und Pharma Schweiz, vorsteht. Er kann eine kritische Nebenbemerkung bezüglich der neuen Maturitätsverordnung nicht verkneifen.
Eine Matura sei heute fast ohne Chemie und Physik zu machen. "Das ist für unsere Industrie eine schlechte Entwicklung." ... Mit eine Ursache für den Nachwuchsmangel in der chemischen Industrie scheint das Image zu sein, welches die Chemieindustrie bei Jugendlichen hat. ... Dabei gehören die Nischen, in denen die Schweizer Spezialitätenchemie heute tätig ist, zu den saubersten Industrien überhaupt. Wenig bewusst sind sich die meisten Leute auch darüber, welche Bedeutung die Chemie im Alltag hat.
G.S., NZZ-Journalist "Nachwuchsmangel bedroht Chemie". In: NZZ am Sonntag, 06.02.2005, S. 41
"Ist die naturwissenschaftlich-technische Kompetenz in unserem Land gefährdet? .... Im internationalen Vergleich weisen die naturwissenschaftlichen Fächer in der Schweiz vor allem am Ende der obligatorischen Schulzeit eine äusserst geringe Stundendotation auf. Im Extremfall besuchen Kinder im Ausland während der obligatorischen Schulzeit viermal so viele Physiklektionen wie in der Schweiz. Der Anteil des naturwissenschaftlichen Unterrichts ist deshalb für 10- bis 15-Jährige deutlich auszubauen." Prof. Peter Labudde, Pädagogische Hochschule Bern "Nachwuchssorgen am Industriestandort. Impulse für naturwissenschaftlich-technische Ausbildung nötig". In: NZZ - Bildung und Erziehung -, 17.01.2006, S. 63
"Wir müssen die Matura wieder aufwerten", sagt Hafen. In seinem Sinne heisst das, die naturwissenschaftlichen Fächer zu stärken. Denn die bestimmenden Themen im Jahr 2020 seien technischer Natur. In der Industrie habe man die Zeichen der Zeit erkannt ...." Ernst Hafen, ETH-Präsident "Vision 2020. Die ETH Zürich modernisiert den Unterricht und baut weiter an der Wissenschaftsstadt Science City". Tagblatt St. Gallen 04.05.2006, S. 23
"Der Schweiz gehen die Ingenieure aus. An Schulen und Universitäten drückt sich der Nachwuchs vor den Naturwissenschaften. Lieber werden geisteswissenschaftliche Soft-Fächer studiert. In der Forschung fehlen Dokotoranden mit Pioniergeist.

"Die prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt spüren auch die Schulen: Sie haben Mühe, überhaupt noch Lehrer für die mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächer zu finden."
"Die Schulen sind feminisiert und technikfern. Die Lehrkräfte auf den unteren Stufen sind mittlerweile fast ausschliesslich weiblich, und die Frauen hätten "leider" oft ein geringeres Interesse an technischen Fragestellungen als die Männer, sagt Professor Dändliker (von der Akademie der Technischen Wissenschaften). ..... Nach Ansicht von Professor Walther Zimmerli, Schweizer Philosoph und Gründungsrektor der Auto-Universität des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg, hat
die Schule "noch nicht darauf reagiert, dass wir in eine technischen Zivilisation leben". Die Schulen böten zu wenig Anreiz, dass Studenten ein technik- oder naturwissenschaftliches Studium ergreifen. ..... Harte Fächer sind out. Die Studentenzahlen an den Hochschulen und das Fächerwahlverhalten der Gymnasiasten zeigen: Harte Fächer sind bei jungen Schweizern unbeliebt. ..... Die Professoren an den hiesigen Hochschulen berichten durchs Band von der Leistungsbereitschaft der Studenten aus Indien, China oder Singapur. Biochemiker Schatz: "Wir müssen den Schnellgang einschalten, wenn wir da noch mithalten wollen." ..... "In allen Industrieländern nimmt die Bereitschaft ab, harte Wissenschaften zu studieren, teilweise stark ab", bestätigt Alexander Zehnder (ETH-Ratspräsident). Und der Philosoph Walther Zimmerli meint: "Wir leben in einer relativ gesättigten Kultur. Der Hunger, nach vorne zu kommen, ist gering."

Gut Philipp "Zu weich für die harten Fächer". , Weltwoche Nr. 42.06, 2006, S. 50-53
Auch das gehört zur Bildungspolitik: "Auf lange Sicht sollen Forschung und Entwicklung die treibende Kraft für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas werden. .. hat sich in seiner mittel- und langrfristigen Planung zum Ziel gesetzt, China bis zum Jahr 2020 weltweit gesehen zu einem Schwergewicht in Forschung und Innovation zu machen. ... Was die Zahl der Post-Doktorierenden und Studenten angeht, ist China schon heute Nummer eins. Über zwei Millionen Master-Studierende schliessen jedes Jahr ihre Ausbildung ab, etwa die Hälfte in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Thomas Müller Peking setzt für seine wirtschaftliche Zukunft auf Forschung.
NZZ, 28.05.2008, Beilage Forschung und Technik, S. B1
"Das Technikverständnis ist bei Lehrpersonen oft nicht so ausgeprägt".
"Wenn die Gesellschaft erkennt, dass es zur Lösung der anstehenden Probleme - ich denke an die Energieversorgung und die Klimaveränderung - neue Technologien braucht, wird sie auch in der Bildung vermehrt darauf setzen. Technik und Naturwissenschaften sind zum Teil von einer elitären Aura umgeben. Wir müssen sie von diesem Sockel herunterholen und sie alters- und stufengerecht aufbereiten und vermitteln, vom Kindergarten bis zur Matur. Dann werden auch Lehrpersonen wieder mehr Freude daran bekommen und sie vermehrt in den Unterricht einbeziehen."
Regine Aeppli
Bildungsdirektorin Kt. Zürich
Bildungsdirektorin Regine Aeppli zum Ingenieurmangel und zur Rolle des Bildungssystems. NZZ, 11.11.2008, S. 51
Für viele Zwölf- bis 16-Jährige hätten Naturwissenschaften und Technik zudem "nicht unbedingt ein Trendy-Image". ... SGCI-Präsident Mäder erklärte schliesslich, dass ohne motivierten NMT-Nachwuchs (NMT = Naturwissenschaften, Mathematik und Technik) zahlreiche Forschungsaktivitäten in der Schweiz nicht mehr aufrecht erhalten werden könnten. Deshalb sei alles zu begrüssen, was in der Schweiz zugunsten der Naturwissenschaften, der Mathematik und der Technik unternommen werde. Christoph Mäder, Präsident des Verbandes der schweizerischen chemisch-pharmazeutischen Industrie (SGCI) anlässlich der Lancierung von SimplyScience "Technik-Nachwuchs" soll gefördert werden. Konrad Schreier, Werdenberger & Obertoggenburger, 07.11.2008
Seit längerer Zeit warnen Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Politk vor dem bereits bestehenden und voraussichtlich weiter ansteigendem Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftern.
Zu lange wurde der naturwissenschaftlich-technische Unterricht vernachlässigt. Das Resultat sind mässige bis schlechte Ergebnisse in den PISA-Studien und vor allem ein bedenkliches Fernbleiben zahlreicher begabter Jugendlicher von den naturwissenschaftlich-technischen Studienrichtungen.

Schülerlabore können als wirkungsvolles Image-Instrument betrachtet werden, da sie im Allgemeinen sehr positiv in Gesellschaft und Medien aufgenommen werden. Mit Schülerprogrammen können Firmen massgeschneiderte Aktivitäten anbieten, die nicht nur die Schüler für Naturwissenschaft und Technik motivieren sondern auch die eigene Marktposition langfristig stärken.
Petra Adamaszek Technisch-naturwissenschatliche Nachwuchsförderung, Vernachlässigtes Potenzial. Tages-Anzeiger, Verlagsbeilage Weiterbildung, 03.11.2008, S. 9.
Vernachlässigte Naturwissenschaften: Zweifellos muss sich daher unser Augenmerk auf die Ausbildung zum Denken richten, auf die Schulen. ... drängt sich die Frage auf, weshalb in einer durch Wissenschaft und Technik geprägten Zeit diese Sparten nicht stärker vertreten sind. ... eine Maturitätsreform mit verheerenden Folgen ... Naturwissenschaften zur Nebensache degradiert worden, und Technik bleibt ausgeschlossen. Niklaus Wirth, em. Professor für Computerwissenschaften. 1970 definierte er die Sprache Pascal. I1980 Modula-2 und Oberon. Er ist Konstrukeur des Rechners Lilith und des Rechners Ceres. Was ist ein Denkplatz, und warum erstreben wir ihn?
NZZ, Sonderbeilage Denkplatz Schweiz, 29.10.2008, S. 1
"Wenn auch überdurchschnittlich intelligente Kinder im Laufe ihrer Schulzeit ihr Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern verlieren, liegt dies vor allem daran, dass sie weder die Zeit noch die Lemgelegenheiten bekamen, die nötig sind, um abstrakte wissenschaftliche Begriffe in ein bestehendes Wissensnetzwerk zu integrieren." Elsbeth Stern, Professorin für Lehr- und Lernforschung, ETH Zürich Intelligentes Wissen als Spilewiese der Kreativität.
NZZ, Sonderbeilage Denkplatz Schweiz, 29.10.2008, S. 31.
"Paradoxerweise scheint mit zunehmendem Wohlstand das Interesse an den technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern in der Gesellschaft und damit auch an den Schulen abzunehmen, obwohl doch gerade Erkenntnisse aus diesen Gebieten entscheidend zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. So verloren an den Mittelschulen als Folge der Maturitätsreform seit 1995 die Fächer Physik, Chemie und Biologie stark an Bedeutung. ... In der Folge fehlt der Wirtschaft der benötigte hochqualifizierte Nachwuchs. In der Schweiz sind gegenwärtig gut 3000 Ingenieurstellen unbesetzt, derweil in China und Indien hervorragend ausgebildete Ingenieure und Naturwissenschafter in grosser Zahl zur Verfügung stehen und Forschungszentren von Grossfirmen aus aller Welt anziehen. Hans Senn, wissenschaftlicher Experte bei F. Hoffmann-La Roche AG in Basel und Stiftungsrat von "Schweizer Jugend forscht" und der Schweizerischen Studienstiftung. Junge Talente gesucht.
NZZ, Sonderbeilage Denkplatz Schweiz, 29.10.2008, S. 23
Naturwissenschaft und Technik - die grösste kulturelle Leistung der Menschheit. ... Eine fernab aller Fakten argumentierende Zurück-zur-Natur-Einstellung kann fatale Folgen haben (beispielsweise junge Menschen vom Studium der Naturwissenschaften und der Technik abhalten), und ihr muss deshalb durch Aufklärung entschieden entgegengetreten werden. ... ... zugegeben, dass Naturwissenschaften und Technik notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzungen für den Erfolg einer Gesellschaft, bzw. für das Glück des Individuums sind. Der im Titel verwendete Superlativ ist durchaus als Provokation gedacht, und die Rolle diverser anderer utilitaristischer und schöngeistiger Disziplien zur Glücksfindung sei hier anerkannt. Trotzdem bleibt die Kernaussage bestehen: Naturwissenschaft und Technik sind die grössten kulturellen Leistungen der Menschheit, weil sie ihr den grössten Nutzen gebracht haben. Lino Guzzella, Professor für Thermotronik an der ETH Zürich und Leiter des Instituts für Mess- und Regeltechnik. Mit Erfindergeist der Wohlstandsträgheit vorbeugen.
NZZ, Sonderbeilage Denkplatz Schweiz, 29.10.2008, S. 24
PISA-2006-Studie: "Urs Moser, Autor der Studie [kantonale Detailauswertung der Pisa-Studie)] , sieht verschiedene Gründe für das sensationelle Abschneiden der Schaffhauser. ....in keinem anderen Kanton auf der Sekundarstufe 1 mehr Stunden in Mathematik und Naturwissenschaften unterrichtet werden". Deborah Rast Pisa: Schaffhauser überholen sogar die Finnen.
20Minuten, 04.12.2008, S. 8-9

eLearning
"Diese Studie zeigt aber auch, dass Sie sich auf diesem Weg Unterstützung wünschen. Und die können und wollen wir Ihnen gerne geben."

P. Couchepin, H.U. Stöckling Vorwort in Private Public Partnership "Schule im Netz", Oktober 2002
"Mit E-Learning werden verschiedene Internet- und Web-Technologien so zu nutzen versucht, dass die einzelnen Lernenden individuell differenziert betreut und gefördert werden."

Artikel von/über die PHR [Pädagogische Hochschule Rorschach]ch] "Von der Wandtafel an den Computer", Tagblatt 27.02.2003
"Die Studenten können das Sammeln von Informationen für das Erwerben von Wissen halten."

Weizenbaum, Joseph, em. MIT-Professor Antony Tages-Anzeiger, 08.05.2003, S. 74
"So dürfte sich auch die Prophezeiung ..., dass Computer und Internet im Unterricht zu mehr Kreativität und Effizienz führen werde, kaum bewahrheiten. .... Auch die Behauptung, klar gegliederte Powerpoint-Folien würden gegenüber den Wandtafelkritzeleien der Lehrperson zu einem besseren Leseverständnis beitragen, steht auf wackeligen Füssen. Gerade Powerpoint-Demos zerlegen komplex zusammenhängende Themen in eine lineare Abfolge von kleinsten Informationseinheiten und lassen oft keinerlei Zusammenhänge mehr erkennen.
Und ob das virtuelle Büro mit Groupware wie etwa
BSCW wirklich eine so geniale Lösung ist, wage ich auch zu bezweifeln. Collaborative Work hängt in erster Linie von den beteiligten Menschen ab und nicht von irgendwelchen Computer-Tools. .... Ob ... (mit dem Umgang von Computer und Internet) .. auch ein didaktischer Mehrwert entsteht, ist eine andere und viel schwierigere Frage. Wir Lehrpersonen sind gut beraten, die Auswirkungen von Computer und Internet im Unterricht nicht zu überschätzen. .... für eine kreative und inspirierende Schulumgebung bleiben aber weiterhin die Lehrpersonen verantwortlich."
Werner Hartmann, Departement Informatik, ETH Zürich "Computer und Internet im Unterricht: Zu hohe Erwartungen! ". In: Gymnasium Helveticum, Nr. 1/04: 44-45.

Bildung allgemein
"Dieser Konservatismus ist normal, insbesondere im Umfeld der Universitäten, die in mancher Hinsicht noch nach mittelalterlichen Modellen funktionieren. ..... Die Wissensvermittlung geschieht noch vom Lehrer zum Schüler. In der Forschung ist das zum Teil gerechtfertigt - doch in der Lehre? Die Bildung kann sich den aktuellen Ansprüchen der Gesellschaft nicht entziehen: was man will, wann man will und wo man will"

B. Krasna (CEO der Softwarefirma Albert-Inc. AG, Lausanne) "Start-ups: Das Leben nach dem Boom". Vision 1, 2003, S. 4-8
"Wahrheit ist eine Arznei, die angreift" Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Erzieher und Sozialreformer Fastenopfer/Brot für Alle: Verstehen verändert (Agenda Aktion 2003)
"Wirklich wissen heisst, von diesem Wissen verändert zu werden" Antony de Mello (1931-1987), indischer Jesuit und Meditationslehrer Fastenopfer/Brot für Alle: Verstehen verändert (Agenda Aktion 2003)
"Alles soll schnell und einfach gehen, das Gehirn wird nicht mehr qualitativ gefordert, sondern nur noch "angemutet": Wir zappen uns lieber mental durch die Bildzeitung, als uns mit einem langen, intellektuell anspruchsvollen Zeitungsartikel auseinander zu setzen"

Ernst Pöppel, Prof. für Medizinische Psychologie, Ludwig- Maximilians- Universität, München Gehirn & Geist, Nr. 3 (2003), S. 36
"Überfüttert die Schüler nicht mit Fischen, sondern lehrt sie das Angeln" Gregory Bateson zitiert in Beyer, I.: Lernen lernen. E. Klett-Verlag, Stuttgart (2000), S. 4
Spitze Zitate von Manfred Spitzer
zum Thema Internet: "Wieder wird geglaubt, man brauche nur die richtige Technik und dann ginge alles Lernen wie von selbst. Weit gefehlt! Das Internet verhält sich zum Lernen wie ein Supermarkt zu einem guten Essen"
Manfred Spitzer (Psychologe, Philosoph, Psychiatrieprofessor Uni Ulm) Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg (2002)
zur PISA-Studie: "Nicht die Lehrpläne bringen Finnland den ersten Platz in der PISA-Studie bzw. bedingen unser unterdurchschnitliches Abschneiden, sondern die Art, wie man in Finnland miteinander umgeht (sehr freundlich) und wie viel man dort in Lehrer investiert (sehr viel)". .. ..
zum Lernen: "Wer glaubt, er müsse sich während der Hausaufgaben musikalisch berieseln, um das Lernen zu verbessern, der irrt!"
.. .
zum Gehirn: "Wenn man irgendeine Aktivität nennen sollte, für die der Mensch optimiert ist, so wie der Albatros zum Fliegen oder der Gepard zum Rennen, dann ist es beim Menschen das Lernen. Unsere Gehirne sind äusserst effektive Informationsstaubsauger."
"Unser Gehirn ist für das Lernen optimiert. Es kann nichts besser und tut nichts lieber!"
.. ..

Bildungspolitik
"3 Kühe = 1 Kind"
"Karge Leistung bei der Bildung, grosszügige Zuwendungen für die Landwirtschaft"

"Die Schweiz ist freigibig bei den Sozialversicherungen, luxuriös bei den Gesundheitsausgaben, grosszügig bei der Bildung und verschwenderisch bei der Landwirtschaft. Es sei "grotesk", dass der Staat für einen Primarschüler 12'000 Franken ausgebe, für eine Milchkuh 4'000 Franken an Subventionen."

Zanchi Marco,: Borner, S., Bodmer, F.: Wohlstand ohne Wachstum - eine schweizerische Illusion. Avenir Suisse/Orell Füssli, Zürich (2004) zitierend "Die Illusion vom Wohlstand ohne Wachstum". - Tages Anzeiger, 24.04.2004
"In der Schweiz geben wir für drei Kühe gleich viel aus wie für ein Schulkind" Silvio Borner, Prof. für Ökonomie an der Universität Basel SonntagsZeitung, 25.04.2004, S. 67
"Bildung sei die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Sie sei nicht nur ein Gebot der Chancengerechtigkeit, sondern eine Überlebensfrage."

Gerhard Schröder, Bundeskanzler BRD "Die Zukunft im Kopf". Tagblatt 18.11.2003
"Es stimmt schon, wir haben die Schulen ein bisschen aus unserem Blickfeld verloren, und gerade die skandinavischen Länder sind besonders erfolgreich, weil sie Schule und Weiterbildung in den Mittelpunkt der Gesellschaft, aber auch der Unternehmenskultur stellen. Wenn wir nicht wieder zu den führenden Bildungsnationen der Welt gehören werden, dann werden wir auf Dauer auch keinen ökonomischen Erfolg haben."

Wolfgang Clement, BRD, Minister für Wirtschaft und Arbeit
(leider keine Aussage eines CH-Politikers ....) kein CH-Politiker
Interview von P. Voegeli "Wir sind sehr selbstgefällig geworden".
Werdenberger & Obertoggenburger, 19.11.2003
Zum verpönten Thema Elite und exzellentes Evaluationssystem:

"Während sich deutsche Studenten anstrengen müssten, um eine gute Ausbildung zu bekommen, müssten sich Schüler in Cambridge und Oxford (Eliteuniversitäten in England) Mühe geben, keine guten zu bekommen. Dafür sorgen nicht nur die Dozenten, sondern vor allem das Umfeld. Wer auf einem Campus mit Tausenden motivierter Studenten zusammenlebt, für welche die Hochschule Lebensmittelpunkt ist, muss sich verweigern, um nicht denken zu lernen."
Rolf App "Elite-Unis seit 700 Jhren. Die britische Universitätslandschaft verfügt über Oxford und Cambridge - und ein exzellentes Evaluationsssystem."
Tagblatt der Stadt St. Gallen, 11.02.2004
Schweizweite Sparmassnahmen in staatlichen Dienstleistungsbereichen, Fallbeispiele Bildung
"Morgen importiert man intelligente Facharbeiter - für das heute ersparte Geld!"
"Wer Bildung sät, kann ein Leben lang ernten."
"Wer sich nicht bildet, kann sich auch kein Bild machen."
"Bildung ist unser Erdöl."
"Sparen in der Bildung ist, als ob man Wasser spart - als Feuerwehrmann."
"Prüfungsfrage für Bildungspolitiker: Wie schief kann der Turm von Pisa noch werden, bis er ganz kippt?!"

Eveline Hasler, Schriftstellerin
Antoine Berger, Präsident Schweizerischer Gärtnermeisterverband VSG
Jürgen Aengenheyster, Schulleiter Berufskolleg Geldern D
Jürg Dreifus, Philosoph
Philipp Eigenmann
André Hug, dipl. Ing. agr. ETH/SIA
lInserat als Aufruf zum "Tag der Bildung" am 19.11.2003 in Zürich
(Protest gegen kräftige Sparmassnahmen u.a. im Bildungssektor)
NZZ am Sonntag, 16.11.2003

"Wo kann man Ihrer Meinung nach sparen?"

"Die Neat kann man problemlos zeitlich strecken. Auch in der Bildung und Forschung haben wir Sparpotenzial. Die Universitäten müssen ihre Fakultäten zusammenlegen. Und wir werden nicht um weitere Privatisierungen herumkommen".

"Bildung und Forschung sind unser wichtigstes Kapital". Die Ausbildung unserer Jugend, von der Grundschule bis zur Universität, muss im internationalen Vergleich bestehen. Unser Bildungssystem ist die Basis unseres Wohlstandes. Dies wird sich in Zukunft noch verstärken. Deshalb gibt es für uns im Bildungswesen keine halben Sachen."

Hans-Rudolf Merz, FDP, Bundesratskandidat






FDP-Kt. SG- Inseratekampagne im Vorfeld der Parlamentswahlen 2003
Interview von Girsberger, E. u.a. SonntagsZeitung, 30.11.2003, S. 23





Inserat, z.B. erschienen im Werdenberger & Obertoggenburger, 6.9.2003
"Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer unterrichten fachfremd in naturwissenschaftlichen Fächern. Der Fortbildner bietet ihnen die dafür notwendige Unterstützung".

Anmerkung: Beim "Fortbildner" handelt es sich um ein knappes "Studienbuch", das für Lehrkräfte entwickelt wurde, die fachfremd Biologie, Chemie oder Physik unterrichten und sich selbstständig weiterbilden möchten. Das Niveau in diesem Studienbüchern liegt unter dem eines Schülerbuches für die S-II-Stufe und knapp über dem eines S-I-Schulbuches.

Bereits Resultate einer verfehlten Ausbildungspolitik (Bsp. Deutschland;aufgrund der neu strukturierten Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen mit z.T. massiv abgespeckter fachwissenschaftlicher Ausbildung in den Fächern Biologie, Chemie und Physik sowie Abwahlmöglichkeiten bald auch in der Schweiz notwendig ?!)

Klett-Verlag, Stuttgart Anzeige in Sonderbroschüre "2004 Biologie/Chemie" des Klett-Verlags, Stuttgart (2004)
"Anstatt bei Bildungsinstitutionen zu sparen, müssen die Europäer heute vordringlich die Haushalte ihrer Schulen, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten kräftig aufstocken und das Prestige von Ausbildung und Bildung fördern" Urs Schoettli "Pflichtfach Asienkunde". In: NZZ, 04.01.2006, S. 41
"Die verbreitete "soziale Demontage" des Lehrerberufes dürfte zum grössten Störfaktor einer nachhaltihgen Bildungspolitik werden: Die Eltern kritisieren Lehrpersonen und unterstützen sie nicht, unbedachte bildungspolitische Entscheide der Schulbehörden erschweren die Berufsarbeit der Lehrerschaft, das geringe Ansehen demotiviert sie". Prof. Rolf Dubs, St. Gallen "Reformhektik gefährdet nachhaltige Lernerfolge. Herausforderungen an die schweizerische Bildungspolitik". In: NZZ - Bildung und Erziehung -, 17.01.2006, S. 57
"Strenge Selektion für den Lehrberuf .....Eine wichtige Rahmenbedingung ist die Auswahl der Studierenden. Maturanden werden nicht wie in der Schweiz automatisch zum Studium zugelassen, sie müssen sich an verschiedenen Fakultäten bewerben und eine Selektion durchlaufen. ...... Insgesamt wird nur etwa jeder vierte Interessent aufgenommen - diese Quote ist allerdings nicht sehr aussagekräftig, weil in Finnland die Maturitätsquote viel höher ist als in der Schweiz". Prof. Hans-Jürg Keller/ Prof. Jürg Schoch, Zürich (Pädagogische Hochschule Zürich, Departementsleiter Primarschule/ Direktor des Instituts Unterstrass) "Vertrauen als Schlüssel für den Bildungserfolg. Gesellschaft und Schulsystem beim Pisa-Sieger Finnland". In: NZZ - Bildung und Erziehung -, 17.01.2006, S. 61
"Die Goldader Humankapital .... Raubbau als Totengräber" "Unser Fachpersonal beziehen wir in Zukunft einfach aus dem Ausland" lautet deshalb eine von Heinis Thesen, die er am Event "Spannungsfeld Bildung" ... präsentieren wird. .... Der provokante Titel von Alois Heinis Beitrag: "Das Schweizer Bildungswesen - eingespart und gewesen". Veranstaltung "Spannungsfeld Bildung - Weiterbildung zwischen Förderung und Abbau".

Alois Heini, Ausbildungsverantwortlicher Reishauer AG.

weiterBILDUNG 1-2006. Tages-Anzeiger Bildungs-Beilage, 30.01.2006.
"Erziehung passiert nicht in Elternräten, sondern daheim" "Denn jene Art von Erziehung und Förderung, durch die Eltern ihre Kinder befähigen, in der Schule sozial und leistungsmässig mitzuhalten, passiert schliesslich auch nicht an der Sitzung des Elternrates. Sie passiert zu Haue, von Geburt des Kindes an, Tag für Tag." kmr. Kommentar zu einer breit angelegten Studie (10'000 Jugendliche, 64 Klassen, 6. und 8. Schuljahr) von Markus P. Neuenschwander (Assistenzprofessor am Jacobs-Institut der Universität Zürich), Thomas Blamer u.a.: Schule und Familie. Wa sie zum Schulerfolg beitragen. Haupt-Verlag, Bern (2005) NZZ am Sonntag (Bund Meinungen,/ Wissen), 05.02.2006, S. 19/ 69

eine Trendwende für die Wertschätzung der schulischen Naturwissenschaften in Sicht?
"Bei den Naturwissenschaften sind laut Weder [Rektor der Universität Zürich] an den Gymnasien "Korrekturen nötig". Dies räumte .... auch Arno Noger, Präsident der Gymnasialrektoren ein. Cortesi, A., aus einer Studie der Gymnasial- und Uni-Rektoren "Wider den Kulturschock zu Beginn des Uni-Studiums". In: Tages-Anzeiger, 07.10.2006, S. 2.
"Es sei zu prüfen, ob die naturwissenschaftlichen Fächer vertieft werden müssten". Arno Noger, Präsident der Gymnasialrektorenkonferenz, anlässlich der Präsentation einer Studie der Gymnasial- und Uni-Rektoren "Bei Studierende mit dem Gymnasium zufrieden". In: NZZ, 7./8.10.2006, S. 36.
" Der fortschreitende Rückgang des Knabenanteils an den Gymnasien muss hingegen zu Massnahmen führen. Eine mögliche Marschrichtung ist die nun eingeleitete Aufwertung der Naturwissenschaften." Christoph Mattle, Leiter Amt für Mittelschulen, Kt. SG Schulblatt des Kantons St.Gallen, 145 (11): 669-670 (2006).
Stand: 17.12.2008