PHS-Biologie
Lerntipps & Prüfungsbeispiele
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Stand: 01.06.2004
.........PHS-INTERNA.......Prüfungsvorbereitung
.........
Fragen während der Prüfungsvorbereitung..........................................................
BIO-Startseite
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.........Tipps.zu.Kurzfragen......Bsp..von.Kurzfragen....HBsp./Tipps.zu.Aufsätzen......Tipps.zur.mündlichen.Prüfung Lernhilfen Humanbiologie
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1. Vorbemerkungen

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  • 1.1. Studieren an der Hochschule PHS:
    Hinweise, die nicht nur für den Fachbereich Biologie Gültigkeit haben


    Die vorlesungsfreie Zeit ist primär Studienzeit und muss unbedingt auch zur Aufarbeitung des Vorlesungsstoffes genutzt werden. Wenn sie erst im 5. Semester so nebenbei zu den Lehrveranstaltungen zu repetieren beginnen, können sie weder aktiv an den 5sm-Vorlesungen teilnehmen noch sind sie für die kommende 1. Teilprüfung adäquat gerüstet. Mehr als oberflächliches Schlagwortwissen können sie sich in der kurzen Semesterzeit "so nebenbei" nicht aneignen. Analoges gilt auch für die 2. Teilprüfung am Ende des 7. Semesters!

    Planen sie also sorgfältig diese kostbare vorlesungsfreie Studienzeit (52 Wochen minus Anzahl Vorlesungswochen und Praktikumswochen minus Anzahl Ferienwochen (5-6) ergibt das ihnen zur Verfügung stehende Zeitbudget!). Nehmen sie sich für jede Woche ein klares Ziel vor und arbeiten sie möglichst in Lerngruppen, die sich z.B. alle wöchentlich/alle zwei Wochen zur Diskussion zusammen findet, wobei auch innerhalb einer Lerngruppe eine Person jeweils für ein Fach (Bsp. Mathematik, Biologie) und darin für ein Thema (z.B. Fotosynthese) "verantwortlich" ist, die Zusammenkunft strukturiert und eine Zusammenfassung des Lernstoffes schreibt. Beim gemeinsamen Besprechen werden auftauchende Probleme durchdiskutiert, Fragen nachgegangen und geklärt oder bei unlösbaren Problemen Kontakt mit den Fachdozenten aufgenommen (E-mail bietet sich dafür in hervorragender Weise an!). Ebenso muss u.U. im Fachbereich Biologie das Biologielehrbuch von Campbell oder eines der weiteren empfohlenen Lehrbücher als Zusatzliteratur hie und da konsultiert werden, wenn eine Erklärung in der Vorlesung oder im Skript nicht ausreicht.

    Grundlage für eine erfolgreiche Vorbereitung ist eine adäquate Lerntechnik! Als gute Einführung sei das Buch von Metzger, C.: Lern- und Arbeitsstrategien. Ein Fachbuch für Studierende an Universitäten und Fachhochschulen. Verlag Sauerländer, Aarau, 2. Aufl., 157 S. (1999) [3-7941-4526-7] ausdrücklich und eindringlich empfohlen. Besonders wichtige Kapitel sind m.E.: Kap. 1: Sich motivieren; Kap. 5: Wesentliches erkennen; Kap. 6: Informationen verarbeiten; Kap. 7: Prüfungen bewältigen. Dieses Buch kann auch aus der Hörsaalbibliothek 403 ausgeliehen werden!


    1.2. Prüfungsrepetitorium
    Im 5. Semester kann auf Wunsch hin eine zusätzliche Doppellektion bzw. einzelne kurze Besprechungen zum Thema Biologieprüfung organisiert werden (ausserhalb der regulären Lehrveranstaltung Humanbiologie II).
    Im 7. Semester wird im Rahmen der normalen Lehrveranstaltung ab der 2. Semesterhälfte auf ihre Fragen zum Prüfungsstoff inkl. Fragen zur optimalen Lerntechnik eingegangen; auf ausdrücklichen Wunsch hin können auch ausgewählte prüfungsrelevante Biologiekapitel repetiert werden. Fragen zum Biologiestoff können aber auch immer per E-mail an die Biologiedozenten gestellt werden (Kurt.Frischknecht@unisg.ch, Notker.Helfenberger@unisg.ch. Fragen zum Prüfungsstoff werden auch auf der Biowebsite zum Selbststudium hier veröffentlicht !!

    Antwortschlüssel zu Skriptfragen: Für die Fragen am Ende eines jeden Kapitels im Vorlesungsskript zum 1. Semester "Humanbiologie" existiert ein vollständiger Lösungsschlüssel als Papierausgabe (Hörsaalbibliothek 403) und als Internet-Ausgabe. Für die Vorlesung des 2. Semesters "Pflanzenbiologie" ist der Lösungsschlüssel in Bearbeitung und voraussichtlich ab Sommersemesterbeginn 2004 verfügbar.

  • 1.3. Vorbereitungstipps
    Materialien Biosammlung: Nutzen sie zwingend die Materialien in der Biologiesammlung 404 und der Bio-LernBar! Machen sie sich mit den verschiedensten Modellen zur Humanbiologie (z.B. Herzmodell) oder der Pflanzenbiologie vertraut (z.B. zum Thema Anatomie/Morphologie: Modell Blattquerschnitt).
    Wichtiger Hinweis:
    Die Biosammlung muss während der schriftlichen und mündlichen Prüfungswoche aus Vorbereitungsgründen geschlossen bleiben (jeder unerlaubte Aufenthalt in der Biosammlung wird als klarer Verstoss gegen das Prüfungsreglement betrachtet!)

    Lichtmikroskopie: Leihen sie auch einige mikroskopische Dauerpräparate aus, um z.B. pflanzliche Organe (Blattquerschnitt, Sprossachsenquerschnitte, Wurzelquerschnitte), pflanzliche Gewebe und spezialisierte Zelltypen wie z.B. wasserleitende Tracheen u.a.m. im Labor 402 anzuschauen und deren Bau, bzw. räumliche Struktur zu verstehen. Kommen sie aber nicht erst 1-2 Tage vor der Prüfung vorbei!

    Experimente/Beobachtungen/Exkursionen:

    Skizzen: Im Zeitalter des Mausklicks ist die Fähigkeit, einfache Skizzen oder Schema selbst zu zeichnen, abhanden gekommen. Üben Sie sich darin, einfache Sachverhalte mit einem Schema darzustellen, bzw. trainieren Sie ihre Fertigkeiten, mindestens eine Grobskizze z.B. eines anatomischen Sachverhaltes (Bsp. Herzbau, Bau des Ohres oder des Hörorgans Corti, Skizze einer Synapse, Querschnitt einer zweikeimblättrigen Sprossachse u.a. grundlegender Strukturen) korrekt aufs Papier zu bringen.

    Einige Tipps zur mündlichen Prüfung haben natürlich auch für die schriftliche Prüfung ihre Berechtigung. Schauen Sie dort nach!

    Zusammenfassung (= Wissensfundamentum): Auf dem Bioforum finden sich Zusammenfassungen zum Grundlagenwissen in "Humanbiologie" und in "Pflanzenbiologie". Neben Textzusammenfassungen finden Sie dort auch eine Auswahl der besten Abbiildungen, die wesentliche Aussagen und Konzepte visuell veranschaulichen. Diese Zusammenfassungen stellen die "eiserne Wissensration" dar.


  • 1.4. Bewertung der schriftlichen Prüfungsantworten
    Es gibt meinerseits keine bis ins Detail definierte "Soll-Antwort", die x Teilaspekte bzw. y Teilantworten umfassen muss, um auf die definierte Maximalpunktzahl zu kommen. Ich korrigiere horizontal, d.h. bei den schriftlichen Teilprüfungen wird von allen Kandidatinnen und Kandidaten zunächst nur z.B. die Frage Nr. 1 durchgesehen und relativ bewertet (d.h. eine bestimmte Anzahl Häckchen pro korrekte Feststellung/Idee/etc. zugeordnet); anschliessend wird in Anbetracht der besten Antwort der Punkte-Verteilungsschlüssel festgelegt (Kandidat XX mit den meisten Häckchen (= der besten Antwort zur Frage 1) z.B. auf 9 oder 10 Pkt., Kandidat XY mit der schlechtesten Antwort (= der geringsten Häckchenzahl) auf 2 Pkt.). Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eine Frage u.U. sehr schwierig war und kaum von jemandem vollständig beantwortet werden konnte. Die definitive Festlegung einer Kriterienliste und der dazugehörigen Maximalpunktzahl zum vornherein wäre m.E. weniger gerecht als das oben skizzierte System.



























Prüfungs-
repetitorium




Antwortschlüssel




Bewertung

Hinweis: Eine Abschlussprüfung ist eine einmalige Lernchance, um einen Überblick und eine Vernetzung des in zahllosen Einzelvorlesungen gewonnen Biologiestoffes zu gewinnen. Nehmen Sie also die Vorbereitungszeit zur Prüfung nicht als lästige Pflicht, sondern als einmalige Möglichkeit war. Und, wie bereits schon Aristoteles (384-322 v. Chr.) bemerkt hat: "Arbeit hat bittere Wurzeln, aber süsse Frucht."

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2. Tipps zur Beantwortung der Kurzfragen

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  1. Analysieren Sie zunächst jeweils sehr sorgfältig die Aufgabe: Was ist die eigentliche Fragestellung? Wieviele Teilaspekte werden darin angesprochen? Ist die Frage gegliedert (einteilig? --> “einteilige” Antwort; mehrteilig --> entsprechende Teilantworten)? u.a.. Gehen sie nicht einfach auf irgend ein Stichwort der Frage los und “entladen” Sie dazu Ihr gesamtes Wissen! Das kostet Zeit und bringt keine zusätzlichen Punkte.
  2. Geben Sie zunächst immer wenn möglich einen Kontext als Start zur Antwort, (häufig genügen 1-2 Sätze) und beginnen Sie, sofern passend, von einer Übersicht her, bevor Sie ins Detail eindringen! Geben Sie u.U. auch notwendige/wichtige Definitionen, grundsätzliche Überlegungen u.a. an
  3. Strukturieren Sie die Antwort (wenn Frage gegliedert --> Antworten ebenfalls gegliedert; wenn eine Tabelle verlangt --> Antwort wirklich auch in Tabellenform geben!).
  4. Beachten Sie die Punktezahl und wenden Sie entsprechend proportional die Zeit dafür auf (häufiger Fehler: für den 7-Punkte-Teil der Frage schreibt man magere 3 Sätze, für den 3-Punkte-Teil eine halbe Seite (= sog. "umgekehrt-proportional-Syndrom").
  5. Begründen Sie Ihre Antwort(en).
  6. Geben Sie in der Regel keine abstrakten Antworten alleine, ohne immer ein/mehrere Beispiel/e anzuführen.
  7. Achten Sie auf korrekte Begriffe (= Einüben der Fachsprache).
  8. Kontrollieren Sie am Schluss, ob Sie auch tatsächlich auf alle Aspekte der Frage eingegangen sind.

Die Hauptverstösse gegen diese elementaren Regeln sind immer wieder die ungenaue oder gar fehlende Analyse der Fragestellung und die darauf aufbauende klar strukturierte Antwort!!


7 Tipps zu
Kurzfragen
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3. Beispielhafte Kurzfragen (ohne Antwortschlüssel)

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Beispiele zu Kurzfragen

Bsp. 1: Wasserhaushalt: Fassen Sie knapp das Wesentliche des pflanzlichen Wasserhaushaltes zusammen und führen Sie stichwortartig ein Experiment an (Ziel, Prinzip, Ergebnis), mit dem Sie einen wichtigen Aspekt des Wasserhaushaltes ihren Schülerinnen und Schülern aufzeigen würden!

Bsp. 2: Immunbiologie: Wie erkennen Zellen "fremd" und "eigen"?

Bsp. 3: Energiehaushalt Mensch: Berechnen Sie den Energiebedarf eines Sportlers, der an einem Marathon teilnimmt! Sie finden in einer Tabelle sämtliche relevanten und irrelevanten (!) Daten, um diese Aufgabe lösen zu können.



Kurzfragen
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4. Beispielhafte Kurzfragen und Antwortskizzen

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1. Bsp.: Biologie des Menschen I
Enzyme 10 Pkt.

Die Biochemie kennt heute über 5'000 verschiedene Enzyme. Mehrere Hundert solcher Enzyme kommen normalerweise in einer Zelle nebeneinander vor.

1.1: Wie ist es möglich, dass in einer Zelle derart viele verschiedene Enzyme nebeneinander vorkommen?

1.2: Beschreiben Sie allgemein den chemischen Bau eines Enzyms und erklären Sie knapp deren Wirkungsweise.

1.3: Wie könnte man die Proteinnatur der Enzyme experimentell nachweisen?

1.4: Nennen Sie vier Enzyme, die im menschlichen Organismus vorkommen. Geben Sie deren Substrat, Wirkung und Wirkungsort an! Die Antwort 1.4sollte in Tabellenform erfolgen!


Antwortskizze:
Hier ist die Struktur der Antwort in der klaren Gliederung der Frage vorgegeben!

Teilantwort 1.1: Leben äussert sich in typische Merkmale des Lebens wie Wachstum, Vermehrung, Bewegung oder Reaktion auf Reize. Alle diese Phänomene beruhen auf Stoffwechselvorgängen, die aus einer langen Kette von Einzelreaktionen beruhen. Jede Einzelreaktion braucht, um bei Körpertemperatur rasch genug abzulaufen, ein passendes, spezifisches Enzym, das diesen Reaktionsschritt katalysiert.

Teilantwort 1.2: Enzyme sind Eiweisse, also dreidimensionale Gebilde aus Aminosäureketten. Sie haben eine Öffnung für das von ihnen umgesetze Substanz (= Substrat), das sog. aktive Zentrum, in das die Substanz hineinrutsch, locker gebunden und dabei verformt wird. Die chemischen Bindungen werden "aufgeweicht" und die Reaktion, z.B. eine Spaltung läuft ab. Dahinter steckt letztlich das Prinzip von der Erniedrigung der Aktivierungsenergie.

Teilanwort 1.3: Erhitzen zerstört die dreidimensionale Struktur von Proteinen ganz allgemein. Ein erhitztes Enzym würdfe nicht mehr funktionieren, d.h. setzt keinen Stoff mehr um.

Der Eiweisscharakter liesse sich auch mit einem Eiweissreagenz (z.B. Millon-Reagenz, Biuret-Reaktion) nachweisen.

Teilantwort 1.4:


beispielhafte
Kurzfragen

Bsp. 1
Substrat (= umzusetzender Stoff) Wirkung Wirkungsort
Katalase H2O2-Spaltung: 2 H2O2 ----> O2 + 2 H2O in allen energieverbrauchenden Zellen, besonder in stoffwechselintensiven Organen (Bsp. Leber)
Amylase (im Speichel) Stärke spaltend: Stärke ----> Doppelzucker Maltose Mundhöhle, Dünndarm
Lipase Fette in Fettsäuren und Glycerin spaltend Dünndarm
Pepsin (eine Protease) im Magensaft Proteine in kürzere Aminosäureketten spaltend Magen
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2. Bsp.: Biologie des Menschen I
Atmung 15 Pkt.

"Wir essen, um atmen zu können". Kommentieren sie diese Aussage!


Antwortskizze:

In der folgenden Antwort geht es darum, den Zusammenhang zwischen Atmung und Essen/Ernährung Schritt für Schritt aufzuzeigen.

Atmung: Unter innerer Atmung bzw. Zellatmung wird die sauerstoffabhängige Gewinnung von Energie, die für alle biologischen Arbeiten wie Synthese, Transport oder Bewegung eingesetzt werden kann, verstanden. Bei dieser universell einsetzbaren Energie handelt es sich um die "biologische Energiewährung" ATP, die in der inneren Atmung im Rahmen der Atmungskette gewonnen wird. Am Schluss dieses komplexen Prozesses, bei dem der ursprünglich aus den Grundnährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) stammende Wasserstoff [H] ([ ] bedeutet, dass H nicht molekular oder frei vorkommt, sondern an einen biologischen Wasserstoffträger (= NADH/H+) gebunden ist), der zur Energiegewinnung in Protonen H+ und Elektronen e- gespalten wurde, sich mit Sauerstoff O2 wieder zu Wasser vereinigt: O2 + 4H+ + 4e- ----> 2 H2O. Durch diese sauerstoffabhängige Wasserbildung ("sanfte biologische Knallgasreaktion") wird die ständige Wegnahme der energiearmen Elektronen aus der Atmungskette und damit die ebenso ständige Neubildung von ATP ermöglicht (ein Verbleiben der energiearmen Elektronen in der Atmungskette würde einen Stau und damit einen ATP-Produktionsstopp bedeuten).

D
er Sauerstoff nun, der in der inneren Atmung benötigt wird, muss mit Hilfe der Vorgänge der äusseren Atmung und des Bluttransportes in jede einzelne Zelle geliefert werden. Diese äussere Atmung zwingt uns zum ständigen Gasaustausch mit der Umwelt, also zu den sichtbaren Atembewegungen der Lunge (= was der Laie als "Atmung" bezeichnet) und den anschliessenden O2-Transport im Blut mit Hilfe des Hämoglobins. Wir können als den Satz "Wir essen, um atmen zu können" nun umformen in "Wir essen, um Energie zu gewinnen".

Essen/Ernährung & Verdauung: Die Nahrungsaufnahme und die anschliessenden Verdauungsvorgänge liefern letztlich die Einfachbausteine der Nahrungsmoleküle (wie Einfachzucker, Aminosäuren, Fettsäuren), welche ebenfalls via Blutbahn zu den einzelnen Zellen gelangen, um dort im Cytoplasma und den Mitochondrien zur Energiegewinnung abgebaut werden. Diese Grundnährstoffmoleküle liefern letztlich den chemisch gebundenen, energiereichen Wasserstoff, der in der inneren Atmung umgewandelt wird in ATP (und natürlich auch in NADH/H+, das direkt für wichtige Redoxreaktionen des Stoffwechsels benötigt wird).

Kurz: Wir essen, um energiereiche chemische Bindungen (des Wasserstoffs) in biologische verwertbare Energieträger (ATP) und Redoxsubstanzen (NADH/H+) umzuwandeln, was wir in der (inneren) Atmung durchführen.

Hinweis: diese Beispielantwort ist die ausführlichste Variante; für die Maximalpunktzahl genügt die Herausarbeitung der Kernideen.


beispielhafte
Kurzfragen

Bsp. 2
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3. Bsp.: Pflanzenbiologie
Landpflanzen 10 Pkt.

Beschreiben Sie die Probleme, die Pflanzen bei ihrem Übergang vom Wasser- zum Landleben zu bewältigen hatten. Zeigen Sie dies immer am Aspekt Struktur und Funktion auf!


Antwortskizze:
Die Bedingungen des Wasserlebens sind vor allem gekennzeichnet durch:
- ständige und ausreichenden Wasserversorgung
- genügend CO2 für die Fotosynthese in gelöster Form als Bikarbonat (HCO3-)
- meist ausreichende Nährsalzversorgung, ebenfalls in gelöster Form
- knappe Lichtversorgung (Licht geht schlecht durchs Wasser).

Das Landleben hingegen zeichnet sich aus durch:
1: akuter Wassermangel im Luftraum
2: ausreichende Lichtversorgung
3: mit 0.03-0.04 Vol.-% CO2 knappe CO2-Versorgung
4: mechanisch geringere Belastung durch Scherkräfte, wohl aber Schwerkraft
5: andere Organismen als Konkurrenten und/oder Partner.

Konsequenzen:

  1. Aktive Wassersuche und Wasseraufnahme durch ausgedehntes Wurzelsystem (Feinwurzeln mit riesiger Oberfläche, Leitbündelsystem von Wurzel bis zu Blättern), tief in den Boden reichende Wurzeln, Blättern mit Abschlussgewebesystem (Epidermis mit Wachsschichten, Spaltöffnungen an Blattunterseite).
  2. Nutzung des diffusen Lichtes durch riesige Oberflächen (= Sonnenkollektoren) in Form der für die Landpflanze typischen Blätter (dünner Bau, Palisadengewebe mit vielen Chloroplasten für maximale Ausnutzung der einfallenden Lichtenergie) ----> bedingt
    1. "extravertierte" Bauweise mit Verankerung, Stamm und Stängel als Träger der Blätter;
    2. typische Blattstellungen, um gegenseitige Beschattung zu minimieren.
  3. Blätter mit vielen Spaltöffnungen und lockerem Schwammgewebe für rasche Aufnahme und Diffusion des CO2 zu den Chloroplasten, wo die CO2-verzehrende Fotosynthese abläuft. Kompromiss zwischen Fotosynthese (----> offene Spaltöffnungen) und Wasserhaushalt (----> Verlust von Wasser durch Spaltöffnungen -----> Regulation der Spaltöffnungsweiten - und Zustände [z.B. Schliessen an heissen Tagen zwischen etwa 10 - 15 Uhr]).
  4. Stamm und Stängel/Äste mit trag- und biegefesten Materialien und Konstruktionsprinzipien: Zellulose mit Holzstoffe Lignin, Festigungsgewebe z.B. entlang der Leitbündel/Gefässe (Kollenchym, Sklerenchym).
  5. Mechanischer Frassschutz: Dornen, Stacheln.
    Sekundärer Pflanzenstoffwechsel mit vielen Stoffen, die der Abschreckung dienen (z.B. Bitterstoffe als chemischer Frassschutz).
    Wurzelsymbiosen (Partnerschaft mit Pilzen): Pflanze gibt Fotosyntheseprodukte, Pilze nehmen durch riesige Oberfläche Wasser und Nährsalze auch für die Pflanze auf.

    Hinweis: für eine maximale Punktzahl reichen 3 der 5 erwähnten Punkte aus.

beispielhafte
Kurzfragen

Bsp. 3
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4. Bsp.: Pflanzenbiologie
Fotosynthese 10 Pkt.

Was versteht man unter "Lichtreaktion", was unter "Dunkelreaktion"?


Antwortskizze:
vgl. Schema im "Campbell/Biologie - Spektrum Verlag (1998)", Seite 204, Abb. 10.4!!


beispielhafte
Kurzfragen

Bsp. 4
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5. Bsp.: Biologiepraktikum (Pflanzenbau)
Pflanzenbau (Dauerpräparat im Lichtmikroskop) 15 Pkt.

1.Sie finden am Mikroskopierplatz ein Dauerpräparat. Mikroskopieren Sie es und fertigen Sie dabei eine "Prinzipskizze" des beobachteten Objekts an. Beschriften Sie die Skizze vollständig!

Hinweise:
-Gehen Sie bitte ganz ruhig an den Mikroskopierplatz, ohne den Stuhl lärmig zu verschieben oder Ihren Unmut über diese Übung geräuschvoll zum Ausdruck zu bringen.
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Entfernen Sie nach dem Mikroskopieren das Dauerpräparat sorgfältig und korrekt.
-
Bringen Sie das Mikroskop wieder in die "Ausgangslage" zurück.

2. Zeigen Sie in tabellarischer Form den Zusammenhang zwischen Struktur des Objektes und seiner/n Funktion(en) auf (mit Kurzerklärungen)!"?


Antwortskizze:
Skizze eines Pflanzenblattes, aus den folgenden Geweben: obere Epidermis mit Wachsschicht, Palisadenparenchym, Schwammparenchym, untere Epidermis mit Spaltöffnungen.


beispielhafte
Kurzfragen

Bsp. 5
Epidermis: dick, derb, Wachsschicht undurchlässig, robust dank dicken Zellwänden: Schutz vor Strahlung, Verletzungen, Schadstoffen
Palisadenparenchym lange, parallele, dichtgedrängte Zellen (voller Chloroplasten) fangen Licht für Fotosynthese optimal ein
Schwammparenchym lockeres Gewebe mit Hohlräumen ist ideal für den Gasaustausch (O2-Abgabe, CO2-Aufnahme)
Spaltöffnungen erlauben kontrollierten/regulierten H2O-Austritt und ebenso CO2
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5. Einige Hinweise zum Aufsatzthema

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5.1. Beispiele von Aufsatzthemen

Es werden 5 bzw. 6 Aufsatzthemen zur Wahl gestellt:
1. Teilprüfung/5sm: 5 Themen
aus den Bereichen Humanbiologie, Pflanzenbiologie, Zoologie, Ökologie und Allgemeine Biologie.
2. Teilprüfung/7sm: 6 Themen
aus den Bereichen Humanbiologie, Pflanzenbiologie, Zoologie, Ökologie, Mikrobiologie und Allgemeine Biologie.

Die Aufsatzthemen enthalten einerseits eher "engere" Themen mit einer präziseren Themenvorgabe und andrerseits eher "breitere" Themen, d.h. Sie können weitestgehend den Inhalt der Antwort selbst festlegen.


Beispielthema Humanbiologie I:

"breites Thema":
- "Transportvorgänge sind unentbehrlich für den menschlichen Körper"
(Bsp. Resorption Dünndarm ----> Blut; Atmung: äussere Atmung [Aussenluft ----> Lungenbläschen ----> Blut ----> Kapillaren ----> Gewebe ----> Einzelzelle mit Mitochondrien]; allg. Blutkreislauf; u.a.

- "Wie verwandelt der Mensch Nahrungsmittel in Energie?"

"engeres Thema":
- "Beschreiben Sie die Vorgänge der inneren Atmung! Geben Sie in einem Anhangsteil des Aufsatzes auch einige praktikable Schulversuche an, mit denen Sie das Thema Atmung veranschaulichen würden (Prinzip der Versuche, Begründung der Versuchswahl)"

- "Aus welchen Bausteinen besteht unsere Nahrung und was für Aufgaben übernehmen diese Bausteine?"

Beispielthema Pflanzenbiologie:

"breites Thema":
"Der Bau der Pflanzen spiegelt exakt die Erfordernisse des Landlebens wieder"

"engeres Thema":
Wie bewerkstelligt eine Pflanze an einem heissen, trockenen Tag den Transport des Wassers von den Wurzeln bis zur Blattspitze, ohne zuviel Wasser zu verlieren und gleichzeitig Fotosynthese betreiben zu können? Hinweis: Zeigen Sie zunächst die Mechanismen des Wassertransportes auf und anschliessend beantworten sie die Frage der "Gleichzeitigkeit" von Transpiration und Fotosynthese.


Beispiele von
Aufsatzthemen
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5.2. Tipps zum Aufsatz

  • Fragestellung analysieren: Lesen Sie das Aufsatzthema zunächst sorgfältig und in aller Ruhe durch und beginnen Sie nicht sofort, alles aus ihren "Hirnwindungen herauszupressen", was ihnen zu irgend einem der Stichworte in der Fragestellung in den Sinn kommt. Es wird ja nur das bewertet, was der Fragestellung entspricht!
  • Konzept: Beginnen Sie also mit der Erarbeitung eines Konzeptes: Aufbau, Schwerpunkte, Beispiele (= eine Art Inhaltsverzeichnis oder Regiebuch bzw. "Roter Faden" zu ihrem Aufsatz).
  • Überblick: Wenn es sich um ein grösseres Thema/Sachgebiet handelt, geben Sie zunächst einen orientierenden Überblick und anschliessend beschränken Sie sich auf sorgfältig und begründet ausgewählte Teilaspekte. Beschränken Sie sich auf die Hauptaussagen, Kernkonzepte, Prinzipien, auf das "Skelettwissen" und fügen Sie dem hie und da etwas "Fleisch" (ausmalende Details, Beispiele) zu.
  • Gestaltung: Schreiben Sie trotz Prüfungssituation übersichtlich, leserlich (!!) und gliedern Sie ihren Aufsatz (Haupttitel, Nebentitel, u.a.).
  • Hilfsmittel: Verwenden Sie auch Skizzen, tabellarische Übersichten, u.ä. Hilfsmittel.
  • Begründen: Begründen Sie ihre Aussagen immer, z.B. wenn Sie eine Aussage bezüglich der Schule (z.B. Auswahl eines Versuches zur Veranschaulichung von XY) machen.
  • Konkrete Beispiele: Dokumentieren Sie, dass Sie mehr als nur über Schlagwortwissen verfügen, indem sie ihre Aussagen auch mit konkreten Beispielen veranschaulichen können. Bsp.1: statt nur von "Bioindikatoren für saubere Gewässer" zu sprechen, geben sie Leitorganismen von Fliessgewässern an (Steinfliegen und Eintagsfliegen); Bsp. 2: nicht einfach nur von "Frühblühern" sprechen, sondern 2-3 Pflanzennamen anführen (Märzenbecher, Wald-Schlüsselblume, Aronstab o.a.; Bsp. 3: statt nur "Bakterien schädigen die Zellen" als letzte Erklärung für die Wirkung von krankheitserregenden Mikroorganismen zu liefern (= Trivialwissen, dass Sie schon vor der Vorlesung 7sm "Mikroorganismen" hatten), ein ausgewähltes konkretes Bsp. für den Wirkungsmechanismus einer Schädigung angeben können(vor allem dann, wenn im zu bearbeitenden Skriptkapitel eine Fülle von Bsp. dazu vorhanden sind!!).
  • Fachliche Tiefe: Trotz Essay-Charakter eines Aufsatzes sollten Sie ein adäquates Fachniveau beibehalten, das Sie ruhig auch mit Fachbegriffen, chemischen Gleichungen, Skizzen u.a. dokumentieren sollten. Sehr oft gleiten die Aufsätze in einen oberflächlichen floskelhaften Stil ab, der zudem kaum mehr Bezug zur Biologie hat und von Gemeinplätzen, trivialen "Erkenntnissen" und unreflektierten Aussagen durchzogen ist. Der Aufsatz beruht ebenso auf Fachwissen wie die Beantwortung von Kurzfragen.
  • Bewertung: Bewertungskriterien sind u.a. Konzept, fachliche Tiefe, korrekte Verwendung der Fachbegriffe, Gestaltung/Gliederung/Lesbarkeit und der Gesamteindruck; zusätzlich können noch Bonus-Punkte für besonders originelle Aspekte bzw. eigenständige Leistungen geholt werden.
Tipps zum
Aufsatz
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6. Tipps zur mündlichen Prüfung

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6.1. Vorbereitung
Angesichts des Anteils der mündlichen Prüfung an der Biologiegesamtnote (50% !!) erstaunt es immer wieder, wie schlecht vorbereitet einige Kandidaten und Kandidatinnen zur Prüfung erscheinen. Oftmals gewinnt man den Eindruck, sie hätten nicht einmal die entsprechenden Skriptkapitel durchgelesen, geschweige denn das Biologielehrbuch "Campbell/ Biologie" als Zusatzinformationsquelle überhaupt einmal aufgeschlagen!
  • Vorbereitung: Die seriöse Vorbereitung umfasst das genaue und intensive Studium der drei Skriptkapitel und bei offenen Fragen die selbstständige Auseinandersetzung mit dem Biologielehrbuch! Ebenso sollten Sie die "Vorbereitungstipps" unter 1. Vorbemerkungen umsetzen!
  • Eigene Zusammenfassungen: Schreiben Sie eigene Zusammenfassungen der Hauptaussagen, Konzepte, Fallbeispiele, Schlüsselbegriffe der entsprechenden Wahlkapitel. Lernen Sie niemals nur abstrakte Konzepte (z.B. Ökosystem), ohne jeweils entsprechende biologische Praxisbeispiele geben zu können (z.B. Konzept Ökosystem an einem Wald oder See erklären).
  • Selbstbefragung: Stellen Sie sich selbst sinnvolle mündliche Prüfungsfragen und zwingen Sie sich, ihre Antworten laut zu formulieren. Achten Sie, wo Sie Mühe haben, einen Sachverhalt plastisch und anschaulich zu umschreiben, wo Ihnen Fachbegriffe fehlen und wo sie keine Beispiele angeben könnten!! Geben Sie sich nicht zufrieden mit dem Gefühl, dass Sie auf eine Frage dann schon irgendwie eine Antwort zusammenklauben könnten.
  • Verständnis: Achten Sie streng darauf, ob Sie eine wichtige biologische Grundidee (Konzept) auch wirklich verstanden haben. Zwingen Sie sich dazu, einem Problem, einer ungelösten Frage auf den Grund zu gehen. Kommunizieren Sie darüber mit ihren Studienkolleginnen und Studienkollegen! Gute Übungsbeispiele sind Fragen nach der geschlechtlichen Fortpflanzung bei Pflanzen, den Kernteilungen (Mitose) und Keimzellenbildung (Meiose), dem Wassertransport in Pflanzen, aktive und passive Transportvorgänge in Zellen/Organismen u.a.m.
  • Fachbegriffe: Täuschen Sie nicht vertieftes Fachwissen vor mit unsinnigen Fachbegriffen, wenn Sie nicht einmal den den Hauptbegriff bzw. das Phänomen (Metaebene) erklären können bzw. Mühe haben, den Fachbegriff korrekt auszusprechen.
    Beispiel aus der pflanzlichen Fotosynthese: statt mit Begriffen wie "Cytochrom f" oder "Plastocyanin" zu brillieren, ist es viel entscheidender zu wissen, wozu letztlich die "Elektronentransportkette" dient (Einfangen der "flüchtigen Sonnenenergie", bzw. der Photonen in energiereiche Elektronen, die entlang einer Kette von Redoxsubstanzen ihre Energie portionenweise als "Protonensee" (elektrochemischer H+-Gradient) zwischenspeichern und andrerseits als Wasserstoff (gebunden an den universellen Wasserstoffüberträger NADP+ als NADPH+H+) Reduktionsstoffe (Reduktionsäquivalente) für die nachfolgende CO2-Fixierung liefern).

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6.2. Das Prüfungsgespräch

  • Aktive Prüfungsgespräche: Ergreifen Sie die Initiative während des Prüfungsgesprächs, indem Sie nicht nur mühsam knapp einen bis zwei Sätze zu einer Frage langsam und gewunden preisgeben, sodass der Exmaninator bereits wieder nachfragen bzw. annehmen muss, dass ihr Gesamtwissen zu den thematisch meist breiten Fragen erschöpft ist. Aber gehen Sie auch nicht in das andere Extrem und versuchen Sie mit dem Examinator ein eigentlich in der Vergangenheit schon längst fälliges Gespräch anzufangen: "Das wollte ich eigentlich mit Ihnen schon lange diskutieren, wie steht das jetzt mit diesem Sachverhalt .......... bzw. was haben Sie darüber für eine Meinung?"
  • Ausdrucksweise: Sprechen Sie laut und deutlich und in einem angemessenen Tempo. Zwingen Sie sich, präzise Antworten zu geben (schlechtes Beispiel auf die Frage, was ein Ökosystem sei: "Es ist ein Kreislauf"). Die Formulierung präziser Antworten müssen Sie zuhause an schwierigeren Fragen laut üben (z.B. Erklären Sie die Vorgänge der Mitose und Meiose: wichtigste Phasen, Zweck, Ergebnisse, Unterschiede). Wählen Sie nicht die Ausdrucksweise von Boulevardblättern.
  • Antworten Sie auf die tatsächlich gestellte Frage, d.h. hören Sie also zunächst genau hin und stürzen Sie sich nicht auf ein Stichwort der Fragestellung, über das Sie etwas/viel zu erzählen wissen. Der Coexaminator ist auch ein Fachmann und ist ebenso in der Lage, die Qualität der Antwort einzustufen. Wenn Sie die Frage nicht verstanden haben, so fragen Sie ruhig nochmals nach!
    Wiederholen Sie sich nicht ständig, z.B. durch eine nochmalige Umschreibung des bereits Gesagten.
    Antworten Sie unbedingt gegliedert, hierarchisch, strukturiert (ein "roter Faden" sollte hörbar sein).
    Beispiel Chromosomenbau: Die logische Reihenfolge würde z.B. ausgehen vom Bau der DNA (Doppelhelix) ---> Verpackung der DNA mit Histonproteinen (einzelne Pakete = Nucleosomen) zu einer "Perlschnurstruktur" (= Nucleofilamente) ---> weitere Verknäuelungen (= DNA-Superhelix und DNA-Super-Superhelix) ---> im Metaphasechromosom Kondensation zu zwei Längshälften (= Chromatiden), mit Einschnürungsstelle (= Centromer).
  • Konkrete Beispiele: Dokumentieren Sie, dass Sie mehr als nur über Schlagwortwissen verfügen, indem sie ihre Aussagen auch mit konkreten Beispielen veranschaulichen können.
    Bsp.1: statt nur von "Bioindikatoren für saubere Gewässer" zu sprechen, geben sie Leitorganismen von Fliessgewässern an (Steinfliegen und Eintagsfliegen); Bsp. 2: nicht einfach nur von "Frühblühern" sprechen, sondern 2-3 Pflanzennamen anführen (Märzenbecher, Wald-Schlüsselblume, Aronstab o.a.); Bsp. 3: statt nur "Bakterien schädigen die Zellen" (= Trivialwissen, dass Sie schon vor der Vorlesung 7sm "Mikroorganismen" hatten) als letzte Erklärung für die Wirkung von krankheitserregenden Mikroorganismen zu liefern, ein ausgewähltes konkretes Bsp. für den Wirkungsmechanismus einer Schädigung (z.B. einfachste Erklärung: Salmonellen setzen Zerfallsgifte frei, die z.B. zu starkem Fieber und Durchfall führen können; anspruchsvollere Erklärung: Streptokokken bilden extrazellulär wirkende Gifte, welche die Zielzellenmembran "durchlöchern" - Poren bilden - und somit blutzersetzend wirken; 3. Bsp.: Starrkrampf-Bakterien bilden ein Nervengift, das die Freisetzung von hemmenden Neurotransmittern der Atemmuskulatur hemmt; damit kommt es zur Dauerkontraktion, Muskelstarre und letztlich Tod durch Ersticken).
    Der kluge Prüfungskandidat lernt selbstverständlich nicht alle Beispiele auswendig, sondern merkt sich ein bis zwei besonders attraktive, aussergewöhnliche Beispiele! So wird der Lernstoff nicht nur attraktiver, sondern gleichzeitig auch besser im Gedächtnis verankert.
  • Do not's: Vermeiden Sie Sätze/Formulierungen wie "das ist eine gute Frage" (---> Klartext: dazu weiss ich eigentlich keine Antwort), "das wird in den Lehrbüchern verschieden dargestellt" (---> ich habe leider die Antwort bzw. die Skizze dazu nur noch ungenau in Erinnerung), ".... oder so" (---> ich begnüge mich mit der ganz grossen Linie, im Klartext: ich habe dazu eigentlich nur Schlagwortwissen), "da gäbe es noch viel zu sagen" (--> ich habe leider das meiste dazu vergessen), xxx
  • Niveau der Antworten/Fachbegriffe: Sie sollten ein minimales Repertoire an Fachbegriffen vorlegen können. Sehr häufig werden "unsinnige" Fachbegriffe (hochspezifische, z.B. Cytochrom - ohne aber zu wissen, was Cytochrome leisten!) ins Kurzzeitgedächtnis gespeichert, die wesentlichen, unentbehrlichen Begriffe aber nicht eingesetzt.
    Tipp: wenn Sie einen  Begriff nicht richtig betonen können, verzichten sie besser auf ihn, sonst machen Sie sich unglaubwürdig bzw. Sie täuschen nicht vorhandene Tiefe im Fachwissen vor. Werten Sie mangelnde Kenntnisse der Aussprache auch als Hinweis, dass es sich eher um einen sekundären, in der Vorlesung nicht verwendeten Begriff handelt. Mühsame umschreibende Erklärungen auf dem Niveau gewisser Tageszeitungen ist ebenfalls ein Hinweis, dass Sie elementare Grundbegriffe nicht beherrschen (dies kommt besonders häufig im Gebiet der Ökologie und der Genetik vor!).
  • Hilfsmittel zu Erklärungen: Wählen Sie das jeweilig optimale Hilfsmittel für Ihre Erklärung, d.h. machen Sie z.B. eine grosszügige Skizze und denken Sie während dem Skizzieren laut, nehmen Sie eines der bereitgestellten Modelle zur Hilfe, führen Sie geeignete Beispiele bzw. Veranschaulichungen an, etc.
  • Zeitmanagement: Sie "gewinnen" keine Zeit, indem Sie
    - unnötig langsam sprechen
    - stumm während längerer Zeit eine Miniskizze produzieren
    - Skizzen, die Sie ja laut erklären sollen, langsam und detailliert anschreiben
    - allzu lange Denkpausen einlegen, denn die
    Prüfungszeit ist mit 20 Minuten sowieso sehr knapp bemessen. Achten Sie andrerseits auch auf optische oder akustische Signale des Examinators, der Sie bei einer allzu ausschweifigen, sachlich meist wenig dichten Erklärung zu ihrem Vorteil zu bremsen versucht!
  • Biologie und Schule: Bei etwaigen Fragen zum Thema "Biologie an der Schule" fällt auf, dass sehr häufig ein Wortschwall an Ideen, Grobkonzepten und andere hochfliegende Visionen entwickelt werden. Auf die simple Frage aber, wie man das soeben Skizzierte praktisch realisieren könnte, wo also konkret biologisches Grundwissen erforderlich ist, resultiert als Antwort meistens ein Achselzucken .......
    Beispiel: "Ja, zum Thema Gewässer würde ich mit einer Schulklasse die Wasserqualität mit biologischen Indikatoren untersuchen und auf dem Internet die Schüler und Schülerinnen nach Daten zur chemischen Wasserbeschaffenheit suchen lassen". Examinator: "Wie würden Sie die *biologische Wasserqualität* konkret untersuchen?" Kandidat: "Wir haben doch mal auf einer Exkursion Steine umgedreht und dann Organismen bestimmt". Examinator: "Könnten Sie uns das noch etwas genauer erklären". Kandidat: "?????". Examinator: "Kennen Sie irgend einen Indikatororganismus?". Kandidat: "??????".
Tipps zur
mündlichen
Prüfung
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Lerntipps im Internet: Grundlegende Tipps
Anfragen/Anregungen:
Kurt.Frischknecht@unisg.ch