Der Aufstand der Fischer |
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[Foto: J. Gadient] |
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Am 9. Dezember 2000 nahmen über 1000 Fischer an einer Demonstration in Buchs SG teil. Ihre massive Kritik richtete sich an die Behörden wegen deren Einschränkung bezüglich des Aussetzens der nicht einheimischen Regenbogenforelle in einheimischen Gewässern und der langsamen Ursachenforschung betreffs der schon seit langem von den Fischerkreisen beobachteten schlechten Wasserqualität.
Der "Tag der Regenbachforelle" wurde zur auch Kundgebung für sauberes Wasser
Bei der Kontroverse Fischer gegen Behörden geht es letztlich um das Aussetzen der ursprünglich aus Amerika stammenden Regenbogenforellen in Gewässern, in denen die einheimische Bachforelle nicht mehr überleben kann
1994 hatte der Bund Einschränkungen für das Aussetzen von Regenbogenforellen erlassen. Sie sind nur mehr in geschlossenen Gewässern wie z.B. Fischzuchtanstalten und Bergseen ohne Abwanderungsmöglichkeiten erlaubt. Damit soll die laut einer Dissertation bedrängte Bachforelle nicht konkurrenziert werden. Die Fischer bezweifelten jedoch seit langem diese "Konkurrenzthese" und weisen seit den 80er Jahren auf die Probleme mit der Wasserqualität hin. Die Behörden von Bund und Kanton sind von Gesetzes wegen verpflichtet, die Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen und die nachhaltige Nutzung für verschiedene Zwecke wie Trinkwassergewinnung, Fisch- und Krebsnutzung zu gewährleisten. Anstatt das Übel an der Wurzel zu packen und gegen die Verursacher der Gewässerbelastung vorzugehen, würden die Behörden - so die Fischer - den politisch bequemen Weg wählen und die Schuld auf die Regenbogenforelle abschieben. Als hauptsächliche Verursacher der Gewässerbelastung werden die Chemieindustrie, die Wasserkraftwerke sowie die Landwirtschaft erwähnt.
Die Gewässerqualität geht den Menschen direkt an
Das Wasser ist unentbehrliche Grundlage jeden Lebens. Es muss zu denken geben, wenn in von Grundwasser mitgespiesenen Gewässern in der Region Werdenberg die Bachforellen wegen toxischen Stoffen eingehen. Dieses Grundwasser ist Bestandteil der Wasserversorgung der Region des Alpenrheins. Und die schadstoffbelasteten Gewässer des Rheintals münden in den Bodensee, der Trinkwasserlieferant von sechs Millionen Menschen ist.
Die "Schuldzuweisung" der Fischer (Chemische Industrie, u.a.) und der Behörden (Regenbogenforelle) greifen zu kurz. Denn wir alle sind Teil des Problems aufgrund unseres exzessiven Konsums von Alltagschemikalien wie Waschmittel, Hygienemittel, weitere Haushaltchemikalien und unserer Ansprüche an die "äussere Qualität" der Lebensmittel (z.B. schön grüner Spinat)
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Das Thema Wasser ist also nach wie vor aktuell und wird weiterhin ein wichtiges Thema für den Schulunterricht bleiben. GLOBE bietet einen idealen Einstieg in die Gesamtthematik rund ums Wasser. Wie ist jeder von uns mit scheinbar banalen alltäglichen Handlungen (Duschen, Waschen, etc.) an heutigen oder künftigen Umweltproblemen beteiligt? Ein alte Ökologieweisheit hält fest: "Alles ist mit allem verknüpft" .... und alles, was wir in grossem Stil unserer Erde antun, wird irgendwann einmal auch wieder auf uns Menschen zurückfallen.
Weitere Informationen unter www.fischnetz.ch
(Quelle: W&O, Nr. 240, 11.12.2000, S. 1 und 3).
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