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Projekt "Fischnetz"
An der GLOBE-Jahrestagung 2000 am 13.05.2000 in Worblaufen/Bern hielt Frau Dr. Patricia Holm (EAWAG) einen vielbachteten Vortrag zum Thema: "Das Projekt Fischnetz - eine Chance zur Erkennung und Beseitigung von Gefahrenpotentialen in schweizerischen Fliessgewässern?"
Ausgangslage
In den vergangenen 10 Jahren sind in den schweizerischen Fliessgewässern die Fangerträge bei den Forellen stark zurückgegangen. Bei vielen Fischen aus zahlreichen Gewässern wurden Organschäden festgestellt.
Die Schlagzeilen und Reportagen in den Medien haben die Öffentlichkeit alarmiert. Behörden und Wissenschaft sind mit Fragen konfrontiert, die sie noch nicht beantwortet können.
Einige Kantone und Bundesstellen haben sich den praktischen Fragen des Fischrückgangs in den Fliessgewässern angenommen und mehrere Untersuchungen dazu durchgeführt.
Das Projekt "Netzwerk Fischrückgang Schweiz"
Um diese schweizerischen Aktivitäten voranzutreiben, zu koordinieren und zu vernetzen, haben die EAWAG (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz) und das BUWAL (Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft) am 14. Dezember 1998 das Projekt «Netzwerk Fischrückgang Schweiz», kurz «Fischnetz» ins Leben gerufen.
Das Projekt hat eine geplante Laufzeit von 3-5 Jahren und bezweckt, die effektiven .Schäden an den einheimischen Fischbeständen zu quantifizieren, die Ursachen zu ermitteln und Massnahmen zur Verbesserung der Situation einzuleiten.
Was verursacht den Fischrückgang? - Arbeitshypothesen
Noch können diese Frage nicht beantwort werden. Insgesamt 12 Arbeitshypothesen wurden aufgestellt, deren Bearbeitung eine Ursacheneingrenzung erlauben soll.
Physikalische, chemische und biologische Faktoren oder direkte menschliche Einflussnahme werden als Erklärungsmöglichkeit näher untersucht. Aus den Hypothesen werden beispielhaft folgende Zusammenhänge veranschaulicht:
- Die Klimaveränderung führt zu und höheren Wassertemperaturen im Sommer und zu vermehrten Hochwassern im Winter. Das könnte den Lebensraum für bestimmte Fische einschränken.
- Die Belastung der Gewässer durch chemische Stoffe aus Abwasserreinigungsanlagen, Industrie und Landwirtschaft kann sich direkt auf die Gesundheit und die Fortpflanzungsfähigkeit von Fischen auswirken. Indirekt könnten solche Fremdstoffe zum Beispiel auch die geruchliche Orientierung oder Verhaltensweisen bei der Fortpflanzung beeinträchtigen.
- Biologische Einflussfaktoren wie Krankheitsbefall durch Bakterien, Viren und Parasiten schwächen die Fischgesundheit. Fischfressende Vögel wie der Kormoran können den Fischbestand eines Gewässers stark reduzieren. Falls weniger Nährtiere in den Fliessgewässern vorkommen, könnte dies zu einem Nahrungsmangel bei Fischen führen.
- Menschen nehmen direkten und indirekten Einfluss auf die Gewässer. Verbauungen und Wasserkraftnutzungen beeinträchtigen den Lebensraum für Fische. Die Auswirkungen von Fischbesatz und der Fischerei sind noch wenig bekannt und müssen ebenfalls näher angeschaut werden.
Die möglichen Einflussfaktoren und die daraus resultierenden Veränderungen sind komplex miteinander ernetzt. Und über die gemeinsame Wirkung ist noch sehr wenig bekannt.
Wer mehr über das Projekt wissen möchte, findet Informationen unter www.fischnetz.ch
(Quelle: Broschüre "Projekt Fischnetz", EAWAG, Postfach 611, 8600 Dübendorf).
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