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SGM-Mikrobiologie
für die Schule

 

GRUNDPRAKTIKUM
MIKROBIOLOGIE

SI + SII

 

Nachweis der Mikroorganismen im Boden

 
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Inhaltsübersicht

 

 

1.     Lassen sich in einer winzigen Bodenkrume überhaupt noch Mikroorganismen nachweisen?

1.1.    Einleitung   

Die obere Schicht eines Bodens ist von einer Lebensgemeinschaft besiedelt, die aus höheren Lebewesen, aus Bakterien, mikroskopisch kleinen Pilzen, Cyanobakterien ("Blaualgen"), Grünalgen und Protozoen besteht. Die Anzahl der in einem Gramm Boden enthaltenen Mikroorganismen erreicht viele Millionen bis Milliarden. Davon stellen die Bakterien den Hauptanteil (Tab. 1).

Mikroorganismengruppe Anzahl der Mikroorganismen in 1g Ackerboden Masse der Mikroorganismen in [kg/ha]
Bakterien

Pilze

Algen

600'000'000

400'000

100'000

10'000

10'000

100

Tab.  1: Zusammensetzung der mikrobiellen Lebensgemeinschaft eines Bodens.

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Die Menge der in einem Boden vorkommenden Lebewesen hängt in entscheidendem Masse vom Typ und der Art des Bodens ab. Ein reiner Sandboden ist infolge seiner Einzelkornstruktur und des dadurch bedingten schwachen Wasserhaltevermögens sowie des geringen Anteils an organischer Substanz keimarm. Ein intensiv bewirtschafteter Boden mit ausgeprägter Krümelstruktur hingegen bietet günstige Voraussetzungen für die Vermehrung von Mikroorganismen, die ausserdem von der Durchlüftung des Bodens, seinem pH-Wert, der Feuchtigkeit und weiteren Faktoren bestimmt wird. Auch hinsichtlich der Jahreszeit sind Schwankungen im Mikroorganismengehalt des Bodens festzustellen. Ein deutlicher Anstieg der Mikroorganismenvermehrung ist dann zu beobachten, wenn im Verlaufe einer Vegetationsperiode der Boden mit organischer Substanz angereichert wird. Durch die Tätigkeit der Mikroorganismen wird die organische Substanz abgebaut und über die Mineralisierung im Stoffkreislauf der Natur wieder verwertbar.

Unter den Bodenmikroorganismen gibt es einige Gruppen, die zu speziellen physiologischen Leistungen fähig sind. So vermögen die nitrifizierenden Bakterien Ammoniak in Nitrat umzuwandeln (Nitrifikation: 1. Stufe bis zum Nitrit: NH4+ + 1,5 O2 ----> NO2- + H2O + 2 H+ [- 276 kJ/mol], 2. Stufe zum Nitrat: NO2- + 0,5 O2 ----> NO3- [- 73 kJ/mol]), denitrifizierende Bakterien können Nitrat bis zum molekularen Stickstoff abbauen (Denitrifikation, syn. Nitratatmung: 2 org. C + 2 NO3- ----> 2 CO2 + 2 H2O + N2 + Energie). Bestimmte Vertreter der Bakterien und Cyanobakterien können Luftstickstoff binden. Andere Mikroorganismen zersetzen Zellulose und Lignine.

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1.2.     Ziel

Dieser einfache Versuch soll die Bedeutung des uns eher fremden und unbekannten Lebensraum Boden durch die Fülle und die Zahl des mikrobiellen Lebens erahnen lassen.

 

1.3.     Material

Glaswaren/Geräte/
andere Materialien
Verbrauchs-
material
Chemikalien
Biologische Objekte
Pinzette, Bunsenbrenner, feiner Spatel, Drigalski-Glasspatel, abdeckbarer Behälter für Ethanol Zündhölzchen, Pasteurpipette mit Gummihütchen, wasserfester Faserschreibe Bakteriennähragar (NA), Leitungswasser (steril, oder abgekocht), Ethanol abs verschiedene Bodenproben, z.B. Kompost, Gartenerde, Ackererde, Sand

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2.     Durchführung

2.1.    Einfache Variante: Schütteln von Bodenkrumen auf Nähragar

2.1.1.    Erdprobe auftragen

Mit einer abgeflammten (wieder erkalteten) Pinzette eine möglichst kleine Bodenkrume auf einen Nähragar bringen.

2.1.2.    Bodenkrume verteilen

Die Agarplatte intensiv horizontal schütteln, sodass die Bodenkrume mehrfach über die Agaroberfläche geschoben wird.

2.1.3.    Inkubation

Die Nähragarplatte mit den geschüttelten Bodenkrume wird einfach im Dunkeln bei Raumtemperatur stehen gelassen und täglich auf Koloniewachstum kontrolliert.

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2.2.    Grobabschätzung der Bodenkeimzahl

2.2.1.     Bodenauszug

Eine möglichst kleine, gerade noch mit der abgeflammten Pinzette fassbare Bodenkrume wird in 5 Tropfen Wasser (steriles Leitungswasser, aber auch normales (keimarmes) Leitungswasser ist zur groben Abschätzung geeignet) mit einem feinen Spatel zerstossen.

 

2.2.2.     Ausplattieren

Ein Tropfen des wässrigen Auszuges wird anschliessend mit einer Pasteurpipette auf einen Bakteriennähragar gebracht und mit einem abgeflammten Drigalski-Glasspatel ausplattiert.

 

2.2.3.     Inkubation

Der Nähragar wird im Dunkeln während mindestens 3-4 Tage bei Zimmertemperatur bebrütet.

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3.     Auswertung

3.1.    Koloniearten

Koloniearten und evtl. grobe Koloniezahl abschätzen.

 

3.2.    Hochrechnung

Das Gewicht einer winzigen "Durchschnittskrume" beträgt etwa 1 mg. Die abgezählte Koloniezahl (KBE: Kolonie-bildende Einheit) kann auf 1 g Erde hochgerechnet werden! Umrechnungsformel: KBE x 5 x 1'000.

 

3.3. Vergleich und Interpretation

Vergleich der verschiedenen Bodenarten und Versuch einer Interpretation!

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3.4.     Tabellarische Zusammenfassung

Erdprobe Koloniebeschrieb Koloniezahl pro PS       KBE/1g Erde Interpretation
1:        
2:        
3:        
4:        

 

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