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Stand: 17.12.2004
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Hier werden aktuelle Pressemitteilungen aus der Welt der Biologie von allgemeinem und schulischem Interesse vorgestellt. Aus der Auswahl und Kommentierung dieser Informationen darf selbstverständlich keine offizielle Meinung der PHS abgeleitet werden. Sie soll einzig und alleine das Interesse an den z.T. gesellschaftlich wichtigen Auswirkungen der modernen Biologie wecken.
(K. Frischknecht, 21.12.2000)
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| Aktuelle.Themen |
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Gesundheitssystem: Teure Krankheiten
Krankheiten erhöhen zwar das Bruttosozialprodukt eines Landes, sind aber eigentlich nicht erwünscht. Das zeigt einerseits die Fragwürdigkeit des ökonomischen Masses "Bruttosozialprodukt" und andrerseits der biologische Preis für die "Höherentwicklung".
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Das statistische Bundesamt in Deutschland hat erstmals eine vollständige Krankheitskostenrechnung aufgestellt: 2002 wurden demnach in Deutschland pro Kopf im Schnitt 2'710 EURO (= ca. 4'065 Fr.) für die Behandlung von Krankheiten ausgegeben. Im Alter steigen die Kosten auf 6'740 EURO (= ca. 10'110 Fr.).
Quelle: bild der wissenschaft, 12/2004
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Neurobiologie: Denken zu energieaufwändig ?
Sparsamer Geist: Intelligenz ist die Kunst, möglichst viel Denkleistung mit möglichst wenig Gehrinaktivität zu erbringen
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Geistig bescheidene Menschen werden manchmal "Schwachstromgehirne" genannt. In Wirklichkeit verdienen jedoch gerade die hellsten Köpfe diese Bezeichnung! Denn Frauen und Männer, die bei Denkleistungen brillieren, verbrauchen dazu am wenigsten neuronale Energie.
Die Tätigkeit des Verstandes kann man als Verschieben von Informationseinheiten oder als "Hantieren im Vorstellungsraum" (Konrad Lorenz) vorstellen. Demnach müsste mehr Denken unweigerlich einen höheren Energieverbrauch bedeuten. Doch Forschungsergebnisse der letzten Jahre legen nahe, dass in unserem Zentralorgan das genau entgegengesetzte Energieprinzip regiert. Kluge Köpfe sind von der Natur offenbar auf Energiesparen ausgelegt. Dieser mittels der PET-Technik (Positronen-Emissions-Tomographie) festgestellte abweichende Energieverbrauch wird mit einer unterschiedlichen "neuronalen Effizienz" erklärt. Menschen mit höherer geistiger Leistungsfähigkeit aktivieren beim Problemlösen offensichtlich gezielt eine kleinere Anzahl von neuronalen Schaltkreisen. Bei geringerer Begabung werden hingegen auch Schaltkreise, ja ganze Kortexgebiete aktiviert, die für eine effiziente Problemlösung zumindest unerheblich, wenn nicht sogar störend sind.
Auch ein anderer Unterschied fiel beui der Untersuchung erstmals und sehr viel stärker ins Gewicht: Die Gehirne kluger weiblicher Probanden verbrauchten beim Bearbeiten sprachlicher Aufgaben am wenigsten Energie (!), während männliche Schlauköpfe diejenigen Probleme, die räumliches Denken erforderten, am energieeffizientesten lösten. Eine schöne Bestätigung der psychologischen Binsenwahrheit, dass Frauen beim Lösen verbaler Aufgaben die Männer übertrumpfen, während Männer beim Bewältigen räumlicher Anforderungen überlegen sind. Es gibt sie also doch, die männlichen und weiblichen Unterschiede .....
Quelle: bild der wissenschaft, 2/2004
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Gentechnik: Kresse statt Fisch ?
"Gen-Kresse": Alternative für Vegetarier?
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Britische Forscher haben Kresse gentechnisch so verändert, dass sie die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 enthält. Diese kommen sonst vor allem in Fisch und Eiern vor. Ein Biologen-Team an der Uni Bristol pflanzte der Kresse dazu drei Gene aus Algen und Pilzen ein, die die Fettsäuren produzieren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann, regulieren den Blutdruck und schützen vor Herz-Kreislauferkrankungen. Das Team sieht in der Gen-Kresse eine Alternative für Vegetarier oder für Menschen, die darüber besorgt sind, dass Fisch inzwischen zu viele Schadstoffe enthält (vgl. auch CH-Projekt Fischnetz).
Quelle: bild der wissenschaft, 8/2004
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Fortpflanzungsbiologie: Kaum ein Mann fühlt sich zuständig.
Wer ist, laut eigener Aussage, für die Verhütung verantwortlich?
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Nur 17 Prozent der deutschen Männer zwischen 20 und 44 Jahren sieht sich bei der Empfängnisverhütung in der Pflicht. Dagegen fühlen sich mehr als 60 Prozent der Frauen dafür zuständig. Ausserdem glaubt ein gutes Drittel der Männer, sie würden die Entscheidung gemeinsam mit der Partnerin treffen. Dies sieht aber nur jede zehnte Frau ebenso.
Quelle: bild der wissenschaft, 1/2004
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Mikrobiologie: Uranfresser gezüchtet - Geobacter metallireducens.
Die Auswirkungen der Uranverarbeitung während des Kalten Krieges auf Böden und Grundwasser sind weltweit immer noch nicht beseitigt (z.B. frühere UdSSR, USA). Bisher wurden die belasteten Flächen durch aufwändige Abpump- und Sanierungsmethoden gereinigt, die sich oft über Jahrzehnte hinzogen und die Arbeitenden gesundheitsschädlichen Urankonzentrationen aussetzten.
Jetzt haben Mikrobiologen eine Möglichkeit gefunden, uranverseuchtes Grundwasser durch Bakterien zu säubern. Mikroorganismen der Gattung Geobacter konnten dazu gebracht werden, gelöstes Uran in Pechblende (Uraninit) umzuwandeln. Uraninit ist nicht wasserlöslich, verbleibt an Ort und Stelle und kann deshalb einfach entsorgt werden.
Geobacter-Bakterien finden sich überall in Sedimenten, allerdings nur in geringer Zahl. Durch Zugabe von Acetat können sie zur Vermehrung angeregt werden. Das Verfahren soll schon bald in der Praxis angewandt werden.
Quelle: bild der wissenschaft 1/2004
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Ökologie konkret: Kohlenstoffdioxid beeinflusst Spaltöffnungszustand und damit indirekt das Klima (--> Hochwasser ?).
Kohlenstoffdioxid (CO2) ist sowohl ein zentrales Treibhausgas als auch ein Hauptnährstoff der Pflanzen (Fotosynthese: 6 CO2 + 6 H2O --> C6H12O6 + 6O2). Christian Körner von der Universität Basel untersucht, wie sich mehr CO2 auf Bäume auswirkt. Dazu nimmt er die Spaltöffnungen [Stomata] der Blätter unter die "Lupe" (Rasterelektronenmikroskop). In einem Wald südlich von Basel durchzogen seine Mitarbeiter 14 Baumkronen mit Plastikschläuchen, die täglich zwei Tonnen CO2 verströmen. Damit wird ein Wert simuliert, der auf der Erde in etwa 60 Jahren erreicht wird, wenn der aktuelle Trend sich fortsetzt. Bei erhöhter CO2-Konzentration schliessen sich die Poren. In-situ-Messungen zeigen, dass Ahorn und Hainbuche besonders empfindlich reagieren, Rotbuchen weniger. Durch die verengten Spaltöffnungen verdunstet das von den Wurzeln aufgenommene Wasser langsamer. Eine mögliche Folge: Bei starkem Regen nimmt der Boden weniger Wasser auf; es fliesst schneller ab, was künftig auch zur Entstehung von Hochwasser beitragen kann.
Quelle: National Geographic, Nov. 2002
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Intelligenz von Männern: weibliche X-CHROMOSOMEN sorgen für Intelligenz (oder: dummes Y-Männer-Chromosom)
Immer mehr Frauen sind selbstbewusst - viele Männer dagegen sind so von ihrem Intellekt eingenommen, dass sie sich unbeirrt (immer noch) als die Krone der Schöpfung betrachten. Umso eindrucksvoller ist eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Ulm um Horst Hameister: Der Humangenetiker fand heraus, dass die Menschheit ihre Intelligenz den Frauen verdankt. Hameister untersuchte die Erbanlagen auf Genen, die vermutlich mit Intelligenz zu tun haben. Dabei entdeckte er auf den weiblichen X-Chromosomen sehr viele dieser Gene, während sich auf dem männlichen Y-Chromosom kein einziges befand! Hameister hat eine Erklärung parat: "Das Y-Chromosom ist mit Genen überfrachtet, die für die Fortpflanzung zuständig sind. Da bleibt für die Intelligenz-Gene kein Platz mehr".
Dann bleiben dem Mann offenbar nur noch Sex und Muskelspiele übrig ........
Quelle: Bild der Wissenschaft, 2/2002
Mehr Info: hier (siehe unter "Grundlagen der Humangenetik") und hier (siehe unter "Struktur des Metaphasechromosoms")
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| Krebszellen in Teilung: molekulare Kontrolle der Zellteilung ist defekt (rechts Chromosom gelb dargestellt). |
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Pflanzenwirkstoffe gegen KREBS können Anfangsstadium verhindern
Rosmarin und Knoblauch können Krebs im Frühstadium möglicherweise verhindern. Dies zeigen Studien französischer Wissenschaftler an Ratten, die an Leberkrebs erkrankt waren.
Die Forscher hatten die Tiere, die im Frühstadium an Leberkrebs erkrankt waren, einen Rosmarin-Extrakt verabreicht. Sie fanden heraus, das dessen Moleküle aus der Familie der Polyphenole den Prozess der Ausbildung von Krebs behindern. Die Moleküle stimulieren Enzyme des Organismus, die wiederum die Aktivität von krebserzeugenden Substanzen herabsetzen können. Interessanterweise ist Rosmarin in höheren Konzentrationen giftig: Es führt unter Umständen zu Darmhämorrhagien (= Darmblutungen) und greift Leber und Nieren an.
Auch der zu den Liliengewächsen gehörtende Knoblauch wird gegen Krebs aktiv. Wie seine Verwandten, die Zwiebel und die Schalotte, ist er reich an Schwefelelementen, etwa an Diallylsulfid. Dieses verhindert ebenfalls die Aktivierung kanzerogener Substanzen. Knoblauch ist ausserdem reich an Aminosäuren, Germanium, Calcium, Kupfer, Zink, Kalium, Magnesium, Selen, Zink, den Vitaminen A, B1 und C sowie essenziellen Fettsäuren.
Es besteht die Hoffnung, dass beide Pflanzen auch andere Krebsarten verhindern können und dass sich die bisherigen Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen.
Quelle: CHemie 12/2002")
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Die nördlichen WÄLDER wirken als riesiger Kohlenstoffspeicher
Die Wälder nördlich des 30. Breitengrades binden jährlich bis zu 700 Millionen Tonnen des "Treibhausgases" Kohlenstoff in ihrer hölzernen Biomasse. Das entspricht etwa 12 Prozent der jährlich emittierten Kohlenstoffmenge. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Forscherteam. Die Wissenschaftler kombinierten erstmals Daten von Satelliten der NASA mit Forstinventurdaten von den USA, Kanada und verschiedenen europäischen Staaten.
Durch die Kombination dieser Daten gelang es den Wissenschaftlern erstmals, die in der hölzernen Biomasse der nördlichen Wälder gebundenen Kohlenstoffmenge zu bestimmen. Sie fassten dafür jeweils 64 Quadratkilometer Wald zu einer Einheit zusammen -. diese Auflösung wurde bisher noch nicht erreicht. Zur hölzernen Biomasse gehören nach ihrer Definition der Stamm, die Äste, die Rinde und auch die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern. Bisher war nur bekannt, dass jährlich 1 bis 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff auf der Landfläche der Nordhalbkugel gespeichert werden. Diese neue Studie zeigt nun, dass etwa 700 Mio. Tonnen davon allein in der hölzernen Biomasse gebunden werden, ein anderer grosser Anteil wird wahrscheinlich im Boden gespeichert.
Die Wissenschaftler stellten weiterhin fest, dass insgesamt etwa 61 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Holz der nördlichen Wälder gebunden sind.
Quelle: CHemie 12/2002". Weitere Informationen: siehe hier!)
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(NATURWISSENSCHAFTS)-POLITIK als Stiefkind in der Schweiz oder der Denkplatz/Bildungsplatz Schweiz ist immer mehr gefährdet ("Denkplatz Schweiz" & PISA-Studie)
Zwei Berichte sollten aufhorchen und zum Nachdenken veranlassen:
- Manifest für den Denkplatz Schweiz: Wissenschafter schlagen Alarm: Die Präsidenten und Präsidentinnen von vier wissenschaftspolitischen Organen haben Ende letzten Jahres gemeinsam ein "Manifest für den Denkplatz Schweiz" publiziert (2001). Sie fordern darin mehr Geld für Fachhochschulen, Universitäten und Forschung, um das Niveau der Bildung sowie die Wettbewersbfähigkeit der Forschung in der Schweiz zu erhalten und zu steigern. Die wichtigste Forderung lässt sich griffig mit "mehr Geld" zusammenfassen. Geld mangelt es im Bereich Spitzenforschung, Nachwuchsförderung, Investitionen in die Infrastrukturen und Mittel für dringende Reformen im Lehrbereich, z.B. für neue Lehr- und Lerntechnologien und neue Curricula nach dem Bologna-Modell. Francis Waldvogel, Präsident des ETH-Rates meinte, im Bildungsbereich sei langfristiges Denken notwendig (und hatte wohl die auf kurzfristige Erfolge ausgelegte Politik einiger (Bildungs)-Politiker im Hinterkopf ....).
Bei gleichbleibenden Budgets hat die Zahl der Studierenden stetig zugenommen. Jetzt müsse investiert werden, ansonsten würde dies die kommende Generation ausbaden. Die Wissenschafter seien aber auch zum Dialog verpflichtet.
Mehr Infos und Kommentare unter Manifest Denkplatz Schweiz!
- PISA-Studie I + II: PISA II zeigt zwar eine leichte "Verbesserung" in den Naturwissenschaften, aber GUT sind wir noch lange nicht .... (kein Wunder, bei diesem geringen Lektionenanteil der Naturwissenschaften und der weiteren Marginaliserung bei der Lehrer- und Lehrerinnenausbildung)
weitere Informationen: siehe PISA-Studie II (2004)!
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Wissenschaftsdialog GENTECHNIK mit der Öffentlichkeit: so eher nicht
- Was ist Gentechnik? Gentechnik ermöglicht es Wissenschaftern, im Labor einzelne Gene zu isolieren und sie von einer Art auf eine andere zu verpflanzen.
- Was will Gentechnik? Gentechnik wird von der Industrie und der beteiligten Wissenschaft u.a. als Möglichkeit verstanden, auch Lebewesen neu zu gestalten, zu "verbessern". Diese Veränderungen sollen die Effizienz und Produktivität der betreffenden Organismen steigern.
- Beispiele für Gentechnik: seit 1973 haben Wissenschafter mit Hilfe der Gentechnik u.a. kreiert: biologisches Grundwissen, "körpereigene" Medizinwirkstoffe, Impfstoffe, neuartige Diagnoseverfahren, Enzyme z.B. für Waschmittel, widerstandsfähigere Pflanzen, aber auch Fliegen mit 14 Augen, Schafe, Kühe und Lachse mit menschlichen Genen; Mais mit eingebauten Leuchtwürmchen-Genen; Taufliegen mit verlängerter Lebensspanne u.v.a.
Bevor es die Gentechnik gab, war die genetische Unversehrtheit nachfolgender Generation gewährt.
- Züchtung: durch Züchtung können nur Gene der gleichen Art vermischt werden. Ein Pudel kann sich beispielsweise mit einem Schäferhund (artgleich) fortpflanzen, nicht aber mit einer Katze (artfremd).
- Fortpflanzung unter nahe verwandten Arten: in den seltenen Fällen von Fortpflanzung unter nahe verwandten Arten sind die Nachkommen steril (Bsp. Pferd + Eselin ----> steriler Maulesel)
- traditionelle Zuchttechniken: auch traditionelle Zuchttechniken für Pflanzen wie Pfropfen lassen die genetische Struktur unversehrt. Sogar neuere Techniken wie das Verschmelzen von Tomatenzellen mit Kartoffelzellen zur "Tomoffel" garantieren die genetische Unversehrtheit nachfolgender Generationen. Diese Kreationen sind entweder steril, oder ihre Nachkommen sind Tomaten oder Kartoffeln, aber keine Verschmelzungen.
Seit es Gentechnik gibt, ist die genetische Unversehrtheit nachfolgender Generationen nicht mehr gewährleistet.
- Genübertragung: genveränderte Organismen haben die Fähigkeit, fremdartige Gene auf nachfolgende Generationen und wild wachsende Arten zu übertragen.
- Umweltfreisetzung: einmal in die Umwelt freigesetzt, haben solche Organismen die Fähigkeit, ich zu wandeln, zu vermehren und zu verbreiten. Es gibt kaum eine Möglichkeit, sie wieder aus dem Ökosystem zu entfernen.
- Auswirkungen: negative Auswirkungen werden oft erst nach Jahrzehnten sichtbar. Genveränderte Nutzpflanzen beispielsweise könnten u.U. die natürliche Zusammenstzung ökologischer Gemeinschaften verändern und andere Arten zum Aussterben bringen.
Die gentechnische Forschung und Anwendung machen aber auch vor "alten Tabus" nicht mehr halt.
- zwei Gentechfirmen schaffen Wesen, die aus menschlichen Zellkernen und schweinischen Eizellen bestehen (= sog. Chimären, Mischwesen). Diese Technik soll patentiert werden, um evtl. gesetzliche Einschränkungen zu umgehen. Ziel solcher Forschung ist u.a. auch die Gewinung von menschlichen Nieren und anderen Transplantaten in Schweinen.
- Firmen forschen auch auf dem Gebiete der umstrittenen Klonierung von Tieren und evtl. Menschen.
- England erlaubt die Klonierung menschlicher Stammzellen für therapeutische Zwecke
Die bisherige Erfahrung zeigt klar, dass Tabus von gestern bereits heute gebrochen werden. Moralische Grenzen werden ständig verschoben. Was heute noch als undenkbar gilt, kann morgen normal sein. Viele Wissenschafter sehen keine Grenzen und machen alles, was machbar ist. Ob das auch wünschbar ist, wird kaum ausdiskutiert. Daher wird der Dialog mit der Öffentlichkeit notwendiger denn je, wollen wir nicht von unerwünschten Entwicklungen überrollt werden.
(Informationen aus: GEO, Nr. 9/September 2000; Brückenbauer 42, 17.10.2000, NZZ 21.12.2000)
Gentechdialog blockiert: Das BUWAL organisierte ein internationales Forum Gentechnologie "unter Beteiligung von international bekannten und kompetenten Fachleuten", um eine Auseinandersetzung mit der Gentechnologie auf hohem Niveau zu ermöglichen. Nach der ersten Veranstaltung, an der drei eher pro-Gentechnologie-Positionen gegenüber einer contra-Position gegenüber standen, stoppte nun der zuständige Bundesrat die weiteren Symposien ab. Grund: der Verein "Forschung für Leben" hat zusammen mit der Stiftung "Gensuisse" und dem Nobelpreisträger Rolf Zinkernagel in drei Briefen an den Bundesrat die Einladung eines umstrittenen Referenten als "einseitiges Sponsoring" kritisiert. Darauf wurden die weiteren Veranstaltungen "Kann die Politik die Gentechnologie steuern?", "Wie rentabel ist die Gentechnologie?" und "Verantwortung der Wissenschaft" abgesagt.
(nach Informationen aus: Tages-Anzeiger, 21.10.2000).
Folgende Fragen drängen sich auf:
Wie frei kann Meinungsbildung zu kontroversen Themen in der Schweiz erfolgen? Darf der Einfluss der Gentech-Befürworter so stark sein, dass sich die Politik unterordnen muss? Wie weit darf Interessensvertretung die öffentliche Meinung beeinflussen bzw. durch Unterbindung von gesellschaftlich notwendigen Diskussionen unausgewogen informieren?
Und: Wie frei ist die Wissenschaft in wirtschaftlich interessanten Gebieten noch?
Informationen zum auch für die Schule wichtigen Thema der Gentechnik:
z.B. Frey, S., Brauchbar, M., Stöcklin, S.: Gentechnik. Ein Lehrmittel für die Sekundarstufe I. Verlag LCH, Zürich (1998). ISBN: 3-9520663-5-4 (Lehrerbuch), 3-9520663-6-2 (Schülerbuch).
Frischknecht, K.: Von der Biotechnologie zur Gentechnologie. - Aktuell, Heft 5 (1994). Reproduktionstechnologien und Biotechnologien. - Aktuell, Heft 1 (1995), inkl. Lehrerdokumentation. Kant. Lehrmittelverlag, St. Gallen, Rorschach.
Ein interessantes Dossier zur Thematik "Gentechnik und Mensch" findet sich im "Bild der Wissenschaft, 2/2000: Der entweihte Mensch, S. 42-58" mit einer Bilanz zur Genforschung.
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BSE (Rinderwahnsinn) und Öffentlichkeitsinformation
Die BSE-Krise: Bis heute sind insgesamt 86 Menschen in England der gehirnverändernden "neuen Variante" der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (nvCJK) zum Opfer gefallen. Die Kurve der Erkrankungen zeigt steil nach oben. Schon in den nächsten Jahren werde man "jeden Tag einen Toten" zu beklagen haben, prophezeien britische Zeitungen heute. "Sehr, sehr viel mehr" Opfer als bisher erwartet sogar der Landwirtschaftsminister Nick Brown. Und selbst BSE-Forscher, die bislang nur vorsichtige Prognosen wagten, mögen nicht mehr von der "theoretischen Möglichkeit" abrücken, dass die Krise letztlich Zehntausenden den Tod bringen könne. Ohnmacht, Zorn, Frustration und die übliche Portion Apathie kennzeichnen die öffentlichen Reaktionen auf die Meldungen von der steigenden Todesrate. Was war geschehen?
Die BSE-Geschichte: Jahrelang, als sich die Gefahren des Rinderwahnsinns schon ankündigten, hatte die damalige Regierung (Thatcher/Major) das Risiko herunterzuspielen gesucht, hatte die Bevölkerung in Sicherheit gewiegt, ohne sich ihrer Sache im Geringsten sicher zu sein. 1990, fünf Jahre nach der ersten Entdeckung des ersten kranken Rindes und vier Jahre nach der formellen Identifikation von BSE durch wissenschaftliche Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums, versicherte der oberste Mediziner der Regierung seinen Landsleuten dass der Genuss von Rindfleisch "keinerlei Probleme" bereite. Der Landwirtschaftsminister behauptete, trotz warnender Berichte aus seinem Ministerium, dass Rindfleisch "vollkommen sicher" sei, eine Behauptung, an der die konservative Regierung Thatcher sechs weitere Jahre lang ungerührt festhielt. Die Warnsignale im wissenschaftlichen Bereich wurden nicht an die Öffentlichkeit gebracht, "um die Leute nicht unnötig zu erschrecken" - und um den Absatz und die Exportgeschäfte der britischen Beef-Industrie nicht zu gefährden. Auch als schon Zehntausende von Rindern in die Knie brachen, Experimente die Übertragbarkeit von BSE von einer Spezies auf die andere nahelegten und die ersten englischen Farmer an nvCJK erkrankten und starben, beharrte die Regierung weiter fest darauf, dass keine Gefahr bestehe und "eine Alarmstimmung" dem Land nicht zugemutet werden könne. Noch im Dezember 1995 stellte sich Premierminister Major auf den Standpunkt, es gäbe "keinen wissenschaftlichen Beweis" dafür, dass der Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch Menschen krank machen könne. Drei Monate später allerdings musste die Regierung endlich mitteilen, dass nun doch "eine mögliche Verbindung" zwischen BSE-Fleisch und der neuen Variante der CJK-Krankheit bestehe.
Der UK-BSE-Report: Erst jetzt hat eine englische Kommission einen Bericht zur BSE-Krise vorgelegt. Die englische Zeitung "Independent-on-Sunday" resümierte die Kernpunkte des Reports, nämlich die Verbindung zwischen einer "super-intensivierten Landwirtschaft" und der "Kultur der Geheimhaltung im Regierungsviertel Whitehall" und einer "arroganten Weigerung von Politikern, Beamten und Wissenschaftlern, der Bevölkerung zu vertrauen, der zu dienen diese Leute doch da sind". Was der Bericht hätte hinzufügen müssen, so die englische Zeitung, sei die skrupellose Art und Weise, in der das Landwirtschaftsministerium "die Interessen der Nahrungsmittelindustrie über die Gesundheit des eVoninfachen Volkes gesetzt" habe. Und der "Guardian" schrieb dazu. "Wenn Ideologie den Bedürfnissen des Business folgt, dann glauben Politiker eben auf wissenschaftlichem Gebiet, was immer sie glauben wollen."
Die BSE-Bilanz: 15 Milliarden Franken hat die oben geschilderte Politik das Vereinigte Königreich bisher gekostet, über 175'000 Rinder wurden als BSE-trächtig diagnostiziert (Rest Welt: 1'500, Schweiz: 380), vier Millionen Tiere wurden geschlachtet. Der Preis, den die Insel in Menschenleben noch zahlen muss, ist (noch) offen.
(nach Informationen aus: Tages-Anzeiger, 01.11.2000).
CH-Nachgedanken:
- Selbstverantwortung ist ein neues Schlagwort im Bereich Industrie und Umweltschutz. Selbstverantwortung ist gut, bei lebenswichtigen Bereichen ist Kontrolle (mindestens Stichprobenkontrolle) besser.
- Die Zusammenarbeit Universität/Forschung mit der Wirtschaft wird gefordert und gefördert. Das ist gut und nützlich, nur braucht es offenbar (immer noch) unabhängige (und unbequeme) Forschungsinstitutionen, bei denen nicht die Ökonomie das Primat hat, sondern die Suche nach Wissen und "Wahrheit".
- Politik ist immer Ideologie, und Wissenschaft für die Politik kann zum nützlichen Zuträger der gewünschten Informationen, die wenig mit wissenschaftlich gesichertem Wissen zu tun haben, verkommen.
Informationen zur BSE-Krankheit: siehe unter Prionen
Weitergehende Informationen zum Thema Rinderwahn findet sich in "Bild der Wissenschaft, 7/2000: Rinderwahn - Beunruhigende Erkenntnisse", S. 22-27.
Ebenfalls zu diesem Thema ist ein Diskussionsforum dieser Zeitschrift auf dem Internet eingerichet worden: siehe unter BSE-Forum.
Zitat aus dem St. Galler Tagblatt vom 22.11.2000, "Salzkorn" von G.P.:
"Die Seuche hätte Menschenwahnsinn heissen sollen. Das Rindvieh wäre eher verhungert, als seine Mitviecher zu fressen. Die wurden ihm vom Menschen in gemahlener Form als gewinnträchtiges Futter untergejubelt
Noch sind die Folgen nicht verdaut, da hat das Europäische Patentamt seinen Segen zur Züchtung von Mischwesen aus Mensch und Tier erteilt. Der Wahnsinn ist Methode. Denn wo es um Geld geht, da hört der Verstand prompt auf."
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GEO-Tag der ARTENVIELFALT, Alp Flix (GR)
Am 3. Juni 2000 haben sich 74 Experten für die Bestimmung von Tier-und Pflanzenarten auf der Alp Flix im Bündnerland zum "2. GEO-Tag der Artenvielfalt" getroffen. Die Bestandesaufnahme zur Lage der Natur in den Alpen - eine Aktion der Zeitschrift GEO und den Schweizer Naturmuseen - endete mit vielen Überraschungen und einer Sensation.
Diese Artenliste enthielt Ende 2002 bereits weit über 2'000 Arten.
Weitere Informationen: Geo Nr. 9, September 2000 (45 Seiten Schweizer Natur). www.Geo.de
Informationen zur "Schatzinsel Alp Flix" (einer Initiative der Schweizer Naturmuseen) unter www.schatzinselalpflix.ch
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EXTREME LEBENSFORMEN: das Beispiel der BAKTERIEN
Die lebensfeindliche Umgebung des Südpols hält Überraschungen bereit: Mikrobiologen fanden im geschmolzenen Antarktisschnee zwischen 200 und 5'000 Bakterien je Milliliter Wasser. Diese Mikroorganismen können sich bis zu einer Temperatur von - 17 oC vermehren. Am Südpol könnnen die Temperaturen bis auf -85 oC fallen. Die Analyse der Erbsubstanz ergab, dass es sich um bisher unbekannte Bakterien handeln muss. Ihre nächsten Verwandten der Gruppe Deinocoocus sind dafür bekannt, dass sie ihre Erbsubstanz besonders gut reparieren können. Damit schützen sich die Bakterien vor Mutationen, die einzelne oder mehrere Bausteine ihrer Gene verändern. In der Antarktis gibt es einen Sinn für diese besondere Fähigkeit. Denn ebenso wie ultraviolette Strahlung kann auch grosse Trockenheit die Erbsubstanz schädigen - und die Antarktis ist ein sehr trockenes Gebiet, weil das Wasser zumeist gefroren ist.
Weitere Informationen: New Scientist, Band 2264, S. 10 (2000) NewScientist
Bakterien können sich aber auch unter anderen extremen Bedingungen behaupten:
- bei Temperaturen über 110 oC: z.B. Pyrodictium sp., Methanopyrus
- bei Drücken über 750 atm: Streptococcus faecalis
- bei extremen pH-Werten: pH 1 Pyrodictium occultum, bei pH 10-11 Arthrobacter glacialis
- überleben 250 Mio. Jahre eingeschlossen in Salzkristallen (New Mexico, USA)
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Aktuelle FORSCHUNGSTHEMEN der BIOLOGIE
Die molekulare Genetik (Molekularbiologie) und die Biotechnik sind die derzeitig dominierenden Wissenschaften.
- Die Jahre des Genoms: Erbgutentschlüsselung (Projekt HUGO)
A, T, A, C, G, G, ...... mit atemberaubender Geschwindigkeit spucken die Automaten der Genomforscher (sog. Gensequenzanalyzer) die chemischen Buchstaben A (für die chemische Base namens Adenin), T (für Thymin), G (für Guanin), C (für Cytosin) der Erbanlagen von Lebewesen aus. Im Zentrum des Intereses stand im Jahre 2000 das Genom des Menschen. Das menschliche Genom umfasst 3 x 109 Basenpaare DNA in (haploid) 23 Chromosomen (diploid 44 Autosomen ["Körperchromosomen"] und ein Geschlechtschromosomenpaar: XX bei der Frau, XY beim Mann). Im Juni wurde ein erster Arbeitsentwurf des menschlichen Erbguts vorgestellt (ca. 97%). Allerdings müssen die Basensequenzen mit grossem Rechneraufwand in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Das Chromosom 21 ist bereits vollständig entschlüsselt, das männlich machende Y-Chromosom soll bald folgen.Die Erbsubstanzen der Taufliege (Drosophila), der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), einer Blütenpflanze und zahlreicher bakterieller Krankheitserreger wurden ebenfalls im vergangenen Jahr beschrieben. Diverse Fischarten und Nagetiere sind in Arbeit. Noch hat aber diese Forschung kaum einen praktischen Nutzen, da es sich bei den gewonnenen Informationen lediglich um Rohdaten handelt. Die Wissenschaftler müssen die 30'000 bis 40'000 Gene entdecken, die sich in dem Wirrwarr von 3,2 Milliarden genetischen Buchstaben verstecken. Bis man die Funktionen der noch zu entschlüsselnden Gene kennt, werden noch Jahre, evtl. sogar Jahrzehnte vergehen. Das neue Fachgebiet, das sich mit der Entschlüsselung des entschlüsselten Erbgutes befasst, wird als Proteomik bezeichnet.
- Stammzellen
Die Zellen, aus denen alle anderen Zelltypen hervorgehen, sind echte Alleskönner, bestätigte die Forschung. Aus Tierembryonen gewonnene Stammzellen entwickelten sich nach Transplantation in erwachsene Tiere je nachdem, wohin sie transferriert wurden, zu Nervenzellen, Muskelzellen oder Insulin produzierenden Zellen. Auch konnte gezeigt werden, dass auch Stammzellen aus erwachsenenen Tieren diese Fähigkeiten besitzen. Vermutlich gilt dies auch für Stammzellen, die in etwa 20 Organen erwachsener Menschen zu finden sind. Die Forschung hofft, dass sie damit Ersatzgewebe für Menschen kultivieren kann, die etwa an Muskelschwund, Parkinson oder Diabetes leiden. Die Erfolgschancen dieser Therapie der Zukunft wächst, nachdem es soeben gelungen ist, menschliche Stammzellen im Labor zu züchten.
- Creutzfeld-Jakob-Krankheit
Mindestens 90 Todesopfer hat die neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit bislang gefordert. Doch in keinem Jahr zuvor starben so viele Menschen an der unheilbaren Hirnerkrankung, die ihren Ursprung in der Rinderseuche BSE hat. Experten sehen in dem Anstieg ein Vorzeichen für eine drohende Epidemie. Nach neuesten Modellrechnungen muss weltweit mit bis zu 136'000 Erkrankungen gerechnet werden. Noch gibt es keinen Krankheitstest beim lebenden Menschen oder Tier. Die Forschung über die Prionen, die wahrscheinlich Auslöser der Hirnerkrankung sind, kam jedoch entscheidend voran. Wissenschaftler von der ETH Zürich konnten die Strukturen des Menschen- und Rinderprions aufklären. Neuropathologen vom Universitätsspital Zürich fanden einen Stoff, der kranke Prionen erkennt.
- Klonen
Das Schaf Dolly war nur der Anfang (1997). Es folgten Kühe, Mäuse, Ziegen und Schweine. Im Jahr 2000 wurden erstmals Rhesusaffen geklont. Der Gaur, eine fast ausgestorbene Wildbüffelart, bekam Klonnachwuchs, der von einer Rinderkuh ausgetragen wurde. So könnte man auch andere Tiere (z.B. den Panda, den Ozelot oder den Geparden) retten, meinen Forscher, und der ausgestorbene Pyrenäen-Steinbock könnte über gefrorene Zellen wieder auferstehen. Nun wollen Forscher auch menschliche Embryonen klonen, um daraus Ersatzgewebe für Kranke herzustellen. Grossbritannien will als erstes europäisches Land das Klonen von Embryonen bis zum 14. Tag erlauben.
- Alzheimer-Forschung
Endlich scheint man die Ursache für die Erkrankung, die zu einem allmählichen Verlust an Gehirnmasse führt, gefunden zu haben. Forscher konnten Mäuse erfolgreich impfen - die charakteristischen Ablagerungen im Gehirn lösten sich auf, die Lernfähigkeit verbesserte sich. Erste Teste an Menschen laufen bereits. Sollten sich die Ergebnisse aus dem Tierversuch bestätigen, wäre das der Durchbruch für eine Therapie.
- Aids
In der Schweiz, wie in anderen Industrieländern auch, sterben immer weniger Menschen an Aids, dank wirksamer Medikamentencocktails. Die Mediziner suchen nun nach Therapien, die weniger Nebenwirkungen verursachen. Hier zu Lande hat Aids viel von seinem Schrecken verloren, doch in Entwicklungsländern ist das HI-Virus inzwischen der Killer Nummer eins. Am schlimmsten ist die Lage in Afrika: Mehr als 25 Millionen Menschen, die südlich der Sahara leben, sind mit dem Virus infiziert. Ein Ende der Seuche ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Auch in Indien und Russland breitet sich das Virus rapide aus. An Impfstoffen wird mit Nachdruck geforscht, doch dürften noch Jahre vergehen, bis er bereit steht.
- Augepresste Biosphäre: Wasser, Boden und Erdöl
Die Wasserreserven schwinden, Millionen von Hektaren Boden gehen jährlich wegen Erosion, Übersalzung u.a. verloren. Wasserknappheit kann sich zu einem der ernstesten Probleme des 21. Jahrunderts entwickeln, ebenso wie sich sich abzeichnende Verknappung der Erdölressourcen. In vielen Regionen der Welt wurden Methoden entwickelt, mit denen sich die Wüstenbildung verlangsamen und die Wasserspeicherung verbessern lässt.
- Ozon
Die Ozonschicht über der Arktis nimmt weiter ab. Das zeigen unter anderem Resultate aus der bislang grössten Messkampagne europäischer Forscher und Wissenschaftler der Nasa. In der bodennahen Luftschicht erreichten die Ozonwerte in der Schweiz auch im Sommer 2000 Spitzenwerte, die weit über dem vorgeschriebenen Grenzwert lagen. Die Ozonspitzen kann die Schweiz indes nicht aus eigener Kraft glätten. Untersuchungen in Arosa zeigten, dass die Ozonbelastung umso höher ist, je länger sich die Luft über stark belasteten Regionen Europas aufhält. Das Ozon wirkt sich auf die Gesundheit von Mensch und Pflanzen aus.
Das GLOBE-Projekt hat offiziell auch die Messung von Ozon ins Programm aufgenommen. Der PHS-GLOBE-Kurs 2000 vom vergangenen Herbst hat den Teilnehmern bereits einen Vorgeschmack bieten können.
Quellen: Bild der Wissenschaft 1/2001; Tages-Anzeiger, Wissen 29.01.2001.
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